Samstag, 24. August 2019

Teure Treter Ein Paar Turnschuhe? 437.500 Dollar bitte

Nike "Moon Shoe": Seltener Sneaker mit Mondpreis
Ted Shaffrey/ AP
Nike "Moon Shoe": Seltener Sneaker mit Mondpreis

Sie sind ungetragen, sehen aber alles andere als frisch aus: In New York ist ein Paar geschichtsträchtiger Nike-Sneaker für mehr als 400.000 US-Dollar über den Auktionstisch gegangen - ein neuer Rekord.

Bisher galt ein Paar Converse, einst getragen von Basketball-Star Michael Jordan, als teuerste Turnschuhe der Welt. Doch deren Bestmarke von 190.373 US-Dollar ist in einer Auktion von Sotheby's in New York nun nicht nur gebrochen, sondern geradezu pulverisiert worden.

437.500 US-Dollar zahlte der Sammler Miles Nadal für ein Paar Nike "Moon Shoes". Das Startgebot hatte bei 80.000 US-Dollar gelegen, als höchster Preis waren etwa 160.000 US-Dollar anvisiert gewesen.

Die Schuhe mit dem legendären Waffelmuster auf der Sohle waren von Nike-Mitgründer Bill Bowerman 1972 entworfen worden. Nur zwölf Paare sollen jemals gefertigt worden sein, zum Verkauf standen die einzigen angeblich ungetragenen Exemplare. Nicht, dass man es ihnen ansehen würde, 47 Jahre haben ihre Spuren hinterlassen.

Topbieter Nadal störte das offenbar wenig, er will die Schuhe in einem Museum in Toronto, Kanada, ausstellen. Dort dürften sie sich in guter Gesellschaft befinden: In einer weiteren Auktion hatte Nadal in der vergangenen Woche bereits 99 weitere Paar seltener Turnschuhe erstanden. Paketpreis: 850.000 US-Dollar.

Sohle aus der Küche, Nähte aus dem Angelkasten

Ihren Spitznamen bekamen die "Moon Shoes", weil ihre Abdrücke jenen ähneln sollen, die einst von US-Astronauten auf der Mondoberfläche hinterlassen wurden. Die Schuhe bestehen aus Nylon und werden von Anglerschnur zusammengehalten. Beim Design der Sohle soll Entwickler Boweman mit dem heimischen Waffeleisen experimentiert haben.

Rare Turnschuhe entwickeln sich immer mehr zu Spekulationsobjekten. Vor allem historisch relevante Exemplare erzielen regelmäßig Höchstpreise. Da überrascht es nur noch wenig, dass selbst ein Traditionshaus wie Sotheby's dem Trend nachgeht und statt erlesener Kunstwerke oder Automobile unförmige, vergilbte Treter zur Auktion aufruft.

spon/jok/afp

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