Dienstag, 28. Januar 2020

mm.de zum Jahresstart: So managen Sie Ihr Leben, Teil X Diese zehn Moralfragen sollten Sie sich jetzt stellen

6. Teil: Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?

Manchmal ist ein gut platziertes Klebeband entscheidend - und kann sogar Monster bändigen

Diese Frage hing an vielen Wänden bei Facebook: "Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?". Warum? Weil Facebook auf Innovationen angewiesen ist. Weil sich Facebook nicht allzu viele reine Befehlsempfänger und Besitzstandswahrer leisten kann. Weil Mitarbeiter, die ihrem inneren Anliegen folgen, einfach glücklicher, langfristig leistungsfähiger und dadurch deutlich loyaler sind.

Oder umgekehrt: Der Hauptgrund, warum wir flächendeckend dem äußeren Druck nachgeben und unsere Willensfreiheit widerstandslos minimieren, ist, dass wir Angst haben: Angst, unseren Job zu verlieren. Angst, dass wir den Anschluss verpassen. Angst, unseren Status zu blockieren. Angst, von Freunden, Nachbarn und Bekannten nicht mehr gemocht zu werden.

Alle diese Ängste bringen uns dazu, überhaupt nicht mehr darüber nachzudenken, was wir eigentlich tun würden. Wir lassen uns durch sie ganz einfach auf ein Minimaß an Handlungskorridor beschränken.

Die Angstexpertin Susan Jeffers hält dagegen, dass wir unseren Ängsten Herr werden können, wenn wir sie auf eine verdichten: auf die Angst, nicht damit klar zu kommen, mit dem Jobverlust, dem Statusabfall oder der Missgunst. Wenn wir das Gefühl stärken, mit allem schon irgendwie klar kommen werden ("I can handle it!"), dann eröffnet sich uns plötzlich die Möglichkeit, wieder das zu tun, was unserer Überzeugung entspricht, das, was wir tun würden, wenn wir keine Angst hätten.

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