Samstag, 18. Januar 2020

mm.de zum Jahresstart: So managen Sie Ihr Leben, Teil X Diese zehn Moralfragen sollten Sie sich jetzt stellen

4. Teil: Wofür arbeite ich eigentlich?

Nice to have: Aber wann hat man eigentlich genug Geld, Gold oder Geschmeide?

Laut der jahrzehntelangen Forschung der Positiven Psychologie gibt es drei Kardinalstrategien für ein gelingendes Leben und eine erfüllende Arbeit. Die erste heißt "Pleasure" und besteht im Maximieren positiver vergnüglicher Erfahrungen und im Minimieren negativer. Dieser Strategie folgen 70 Prozent der Menschen in den sogenannten Industrieländern. Sie ist aber laut allen statistischen Erhebungen die mit Abstand erfolgloseste.

Die zweite Strategie mit einem 20-Prozent-Anteil heißt "Passion" und besteht im Folgen des Herzens, dem Leben des Flows. Die dritte Strategie "Purpose", der "höhere Sinn", ist nachweislich die erfolgreichste in Bezug auf Lebensglück und Erfülltheit im Beruf. Dennoch wird sie gegenwärtig nur von 10 Prozent der Menschen ergriffen.

Der Grund für dieses Missverhältnis ist einfach. Auch die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen verfolgt heute eine "Pleasure"-Strategie, nur dass das größte Vergnügen der Unternehmen nicht in Spaß, sondern in "Profit" besteht. Die meisten Unternehmen beschränken sich auf eine reine Akkumulationslogik und setzen zu 100 Prozent auf finanzielles Wachstum, Effizienz und Strukturoptimierung.

Der amerikanische Business-Denker Garry Keller bringt das Problem dieser Strategie auf den Punkt, indem er fragt, wann man denn eigentlich weiß, das man genug Geld hat. Seine Antwort: Wenn ich das, was für mich Leidenschaft und Sinn ist, durchfinanzieren kann. Wenn ich aber gar keine Leidenschaft habe und keinem Sinn folge, kann ich aber entsprechend nie genug Geld haben und muss immer weiter im Hamsterrad der Geldvermehrung weiterlaufen.

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