Dienstag, 20. August 2019

Milliardärsreport der UBS Wo die Milliardäre wohnen

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Weltweit gibt es laut einer neuen Studie mehr Superreiche. Das Vermögen der über 2000 Milliardäre wuchs demnach im vergangenen Jahr so stark wie nie zuvor. In China ist die Entwicklung besonders rasant.

63 Jahre alt ist der Durchschnittsmilliardär. Er ist männlich und besitzt ein Vermögen von 4,1 Milliarden US-Dollar. Das jedenfalls sind die Zahlen des neuen Milliardärsreports, den die Schweizer Bank UBS zusammen mit der Unternehmensberatung PwC erstellt hat.

Dem Report zufolge hat sich die Zahl der Dollar-Milliardäre im vergangenen Jahr deutlich erhöht. 2158 Milliardäre zählten die Autoren Ende 2017 weltweit - 179 mehr als noch ein Jahr zuvor. Zusammen kam diese Gruppe von Superreichen auf ein Vermögen von rund 8,9 Billionen Dollar. Mit 1,4 Billionen Dollar war der Zuwachs zum Vorjahr so hoch wie noch nie zuvor.

Die Zahlen sind Schätzungen und beruhen vor allem auf Daten und Kundennetzwerken von PwC und UBS. Zudem wurden Interviews mit Milliardären auf verschiedenen Kontinenten geführt.

Das starke Wachstum des Milliardärsvermögens im vergangenen Jahr dürfte vor allem der weltweit guten Börsenentwicklung geschuldet sein. Ein großer Teil des Vermögens von Milliardären steckt in der Regel in Unternehmen. Geht der Unternehmenswert an der Börse nach oben, steigt auch das Vermögen der Aktionäre.

In 20 Jahren hat sich das Vermögen verneunfacht

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie stark sich das Vermögen der Milliardäre in den vergangenen beiden Jahrzehnten erhöht hat - und wie sehr es von der Entwicklung der weltweiten Finanzmärkte abhängt.

Kamen alle Milliardäre der Welt 1997 noch auf ein Gesamtvermögen von knapp einer Billion Euro, hat sich die Summe mittlerweile etwa verneunfacht.

Dabei ging es allerdings längst nicht immer aufwärts: Im Jahr 2008 etwa, als die Finanzkrise über die Welt hereinbrach, sackte auch das Vermögen der Milliardäre rapide ab. Und selbst in so guten Jahren wie 2017 fallen immer wieder einzelne Personen aus der Liste heraus, weil ihr Vermögen unter die Milliardenschwelle gesunken ist.

Im vergangenen Jahr kamen laut der Studie in allen untersuchten Regionen der Welt mehr Dollar-Milliardäre hinzu als wegfielen, besonders viele waren es allerdings in China, wo ihre Zahl von 318 auf 373 stieg.

Dies ist umso bemerkenswerter, als der Report für das Jahr 2000 gerade mal einen einzigen chinesischen Milliardär ausweist. "Chinas Milliardäre schreiben Geschichte", jubeln deshalb die Autoren. Fast alle chinesischen Superreichen sind demnach Selfmade-Milliardäre, sie haben sich ihr Vermögen also selbst aufgebaut.

Wo die Milliardäre wohnen: China und Nordamerika

Der chinesische Vermögensboom macht sich auch in der regionalen Verteilung der weltweiten Milliardäre bemerkbar: In der Region "Großchina", zu der neben der Volksrepublik auch Hongkong und Taiwan zählen, leben demnach mittlerweile mehr Milliardäre als in Westeuropa, nämlich 475. Führend bleibt allerdings noch Nordamerika (USA und Kanada) mit 631 Superreichen.

In Nordamerika sind die Reichsten auch besonders reich. Im Schnitt kommt jeder Milliardär in der Region auf ein durchschnittliches Vermögen von 5,1 Milliarden Dollar. In der Region Großchina sind es dagegen nur 3,2 Milliarden.

Auch beim Alter sieht der typische Milliardär in der Region Großchina anders aus als in Nordamerika. Während das Durchschnittsalter in der Volksrepublik, Hongkong und Taiwan bei knapp 56 Jahren liegt, ist der typische amerikanische oder kanadische Milliardär gut zehn Jahre älter.

Vergleichsweise jung sind die Superreichen auch in Osteuropa. Dort ist allerdings auch der Frauenanteil am niedrigsten - er liegt laut Studie bei gerade mal vier Prozent. In Westeuropa sind dagegen immerhin 18 Prozent der Milliardäre weiblich, in Australien sogar 23 Prozent.

Zahl der Milliardäre in Deutschland wächst

Für Deutschland haben die Autoren des Reports im Jahr 2017 insgesamt 123 Milliardäre gefunden - 6 mehr als ein Jahr zuvor. Ihr Vermögen stieg dabei um 22 Prozent auf insgesamt 579 Milliarden Dollar.

Die Zahlen der UBS zu Deutschland unterscheiden sich von den Schätzungen des manager magazin, das in seiner diesjährigen Liste der reichsten Deutschen auf rund 200 Milliardäre kommt (mehr dazu lesen Sie hier). Allerdings sind dabei nicht nur Individuen, sondern auch Großfamilien eingerechnet, die ein entsprechendes Vermögen gemeinsam besitzen.

 

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