Samstag, 28. März 2020

Management-Seminare Führen lernen mit Tieren - mach es wie die Milbe!

5. Teil: Führen mit Ameisen: Tragende Rollen für motivierte Mitarbeiter

Bitte beobachten Sie genau diese zwanzig Tiere und erstatten Sie danach Bericht. Und ja, wir wissen, dass das hier nicht Temnothorax rugatulus ist, sondern Formica polyctena. Trotzdem danke für den Hinweis, falls Sie uns einen geben wollten.

Ameisen gelten als fleißig. Gelten. Die Wahrheit sieht aber so aus: Wie eine Studie der Art Temnothorax rugatulus vor einigen Jahren ergab, arbeiten viele Tiere überhaupt nicht und sitzen bräsig herum, während andere überaus emsig rennen und dabei locker mehr als das 30- bis 40-Fache ihres Körpergewichts stemmen, ohne sich zu beschweren. Ganz wie in Ihrem Unternehmen, nicht wahr? Das prädestiniert die liebenswerten kleinen Tierchen doch ideal für die Führungskräfte-Ausbildung!

Das brauchen Sie: Einen Ameisenhaufen. Weisen Sie jedem Teilnehmer Ihres Seminars darin eine Gruppe von zwanzig Ameisen zu, die er oder sie zu beobachten hat. Aufgabe: Nach Ablauf von zwei Stunden einen detaillierten Bericht anfertigen, welches Tier einen Bonus verdient und in welcher prozentualen Höhe. Es ist dabei verboten, die Tiere farblich zu markieren (Stichwort DSGVO).

Lernziel: Realismus. Keiner Ihrer Teilnehmer wird in der Lage sein, seine zwanzig Tiere auseinanderzuhalten, geschweige denn zu beurteilen, wer jetzt was geschafft hat. Dabei ist das doch eine relativ überschaubare Teamgröße! Am Ende wird jeder es so machen wie immer: Den Bonus nach Gutdünken verteilen. Aber Ihre Teilnehmer werden jetzt wissen, wie der Hase läuft. Beziehungsweise die Ameise. Beziehungsweise nicht läuft, aber man weiß nicht, welche.

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