Luxusgüter Die Hälfte geht nach China

Die Chinesen gehen shoppen: Fast die Hälfte der weltweit produzierten Luxusgüter werden an sie verkauft. Das Anti-Korruptionsgesetz, vor dem etliche Hersteller bangten, scheint kaum einen Effekt auf díe Konsumfreude im Reich der Mitte zu haben.
Reiche Chinesen: Die Luxusuhrenhersteller haben die vermögende Klientel fest im Blick - wie Richard Mille, der 2013 bei der Fachmesse "Watches and Wonders" in Hongkong dieses eine Million Euro teure Tourbillon vorstellte

Reiche Chinesen: Die Luxusuhrenhersteller haben die vermögende Klientel fest im Blick - wie Richard Mille, der 2013 bei der Fachmesse "Watches and Wonders" in Hongkong dieses eine Million Euro teure Tourbillon vorstellte

Foto: Richard Mille

Hamburg - Fast die Hälfte der weltweit produzierten Luxusgüter geht nach China - das schreibt die Zeitung Shanghai Daily unter Berufung auf Statistiken des chinesischen Fortune Character Institutes. 102 Milliarden US-Dollar haben Chinesen demnach im vergangenen Jahr für Luxusprodukte ausgegeben, davon 28 im eigenen und 74 im Ausland.

Der weltweite Umsatz mit Luxusgütern stieg 2013 auf insgesamt 217 Milliarden - zwar deutlich weniger als in den Vorjahren, aber das trotz der Schuldenkrise in Europa und Chinas neuen Antikorruptionsgesetzen. Die sehen unter anderem vor, dass beim Zoll vor allem bei Politfunktionären schon einmal Fotos von auffallend teuren Uhren gemacht und deren Preise mit dem Einkommen der Besitzer verglichen werden.

Eine Studie von Berenberg Equity Research zeigte jüngst, dass in den vergangenen Jahren die Entwicklung des Luxusgütersektors enger mit der des chinesischen Bruttoinlandsprodukt korrelierte als mit der jedes anderen Landes. Dabei kaufen Chinesen auch deshalb sehr gerne im Ausland, vor allem in Europa, ein, um sich vor gefälschten Produkten zu schützen - und sich günstiger einzudecken. Durch die Luxussteuer in China sind die entsprechenden Produkte dort oft fast die Hälfte teurer als in Europa.

mh
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