EM-Gewinner aus China Der EM-Vorrundengewinner heißt - Hisense

Das ist Schürrle, klar. Aber wer zum Teufel ist Hisense?

Das ist Schürrle, klar. Aber wer zum Teufel ist Hisense?

Foto: AP

Hisense? Hiddensee? Und wie spricht man das eigentlich aus? Die Bandenwerbung des chinesischen TV-Herstellers Hisense (sprich: High-Sense) ist ein Musterbeispiel dafür, wie man als eine in Europa noch weitgehende unbekannte Marke inmitten von Top-Marken Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. EM-Sponsoren wie Adidas , Continental , Hyundai , McDonald's  und Coca-Cola  kennt jeder - und mittendrin dieser rätselhafte Name auf blassblau. Wer zum Teufel ist Hisense?

Hisense ist, glaubt man der Börse, einer der größten Gewinner der EM-Vorrunde. Das Staatsunternehmen aus China legte am Freitag an der Börse in Shanghai um mehr als 10 Prozent zu - und befindet sich seit EM-Start deutlich im Plus. Der selbstbewusste Auftritt unter all den Weltmarken hat einen triftigen Grund: Der Marktführer aus China und Partner des deutschen TV-Herstellers Loewe will schrittweise auch auf dem Weltmarkt an die Spitze.

Hisense ist der erste chinesische Konzern, der während einer Fußball-EM wirbt. Der TV-Hersteller hat mit der Uefa einen mehrjährigen Vertrag im Wert von rund 50 Millionen Euro abgeschlossen und wird nach der EM 2016 auch bei den europäischen Qualifikationsspielen für die WM 2018 mit Bandenwerbung in Erscheinung treten.

Der Staatskonzern setzt weiter auf Expansion: Hisense hat im vergangenen Jahr den japanischen Konkurrenten Sony  als drittgrößter TV-Hersteller abgelöst. Ziel des chinesischen Staatskonzerns ist nun, die Konkurrenten Samsung und LG aus Südkorea zu überholen und sich nach der Marktführerschaft in China auch die weltweite Marktführerschaft zu sichern.

Hisense gilt auch als Loewe-Retter. Der deutsche TV-Hersteller Loewe hatte im Herbst 2013 Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet und war anschließend von der "Loewe Technologies GmbH" übernommen worden. Durch eine weit reichende Kooperation mit Hisense gelang es dem Unternehmen, seine Umsätze wieder zu steigern. Hisense hatte zudem das Amerika-Geschäft des japanischen Konkurrenten Sharp übernommen.

Aktionäre sollten die deutlichen Kursgewinne jedoch mit Vorsicht genießen: Die Aktie von Hisense ist extrem volatil. Seit ihrem Rekordhoch im Sommer 2015 ist das Papier wieder eingebrochen, die Kursverluste auf 12-Monats-Sicht betragen trotz der jüngsten Erholung immer noch rund 50 Prozent. Auch wenn man mit überschaubarem Aufwand große Aufmerksamkeit in EM-Stadien erreicht: Bis zur weltweiten Marktführerschaft ist es auch für Hisense noch ein weiter Weg.