Donnerstag, 18. Juli 2019

Partnerschaft mit Geely-Tochter Harley-Davidson baut künftig kleine Motorräder in China

Im Februar 2017 lud Donald Trump das Management von Harley Davidson noch ins Weiße Haus ein,
Getty Images
Im Februar 2017 lud Donald Trump das Management von Harley Davidson noch ins Weiße Haus ein,

Der US-Motorradbauer Harley-Davidson wird mit der chinesischen Qianjiang Motorcycle beim Bau eines kleinen Motorrads in der Volksrepublik zusammenarbeiten. Ab Ende 2020 soll die neue Maschine in China verkauft werden. Danach will Harley das mit 338 Kubikzentimetern bislang kleinste Motorrad des Kultunternehmens auch in andere asiatische Märke einführen, berichtet der "Times"-Ableger ETAuto.com

Harley-Davidson macht damit seine im vergangenen Jahr angekündigte Strategie wahr, seine Produktion für europäische Kunden wegen der Handelsstreitigkeiten aus den USA ins Ausland zu verlagern. Dem politischen Diktum des "America First" von US-Präsident Donald Trump läuft die nun eingeleitete Produktionskooperation diametral entgegen und dürfte für weiteren Verdruss im Weißen Haus sorgen.

Zum einen, weil die USA einen veritablen Wirtschaftskrieg mit China angezettelt haben, dessen Ausgang noch völlig ungewiss ist. Zum anderen, weil gerade jetzt mit dem beginnenden Wahlkampf in den USA Trump gern betont, wie sehr seine Politik der heimischen Wirtschaft in der Vergangenheit genutzt habe. Harley Davidson sieht das anders, macht auch Trumps Handelspolitik mit für die Absatzschwächen verantwortlich.

Da muss eine auch teilweise Produktionsverlagerung ins Land des Intimfeindes wie Fahnenflucht wirken. Noch 2017 hatte Trump bei einem Empfang des Harley-Davidson-Managements den Motorradhersteller als Inbegriff für "Made in America" bezeichnet. Mit der Ankündigung auch im Ausland produzieren zu wollen, hatte sich das Verhältnis aber schnell abgekühlt. Trump hatte gedroht, andere Hersteller ins Land holen zu wollen und der US-amerikanischen Industrie-Ikone höhere Steuern aufzuerlegen.

Das 116-jährige Unternehmen mit Sitz in Milwaukee, das für seine schweren Tourenmotorräder bekannt ist, versucht, den Absatz in Übersee anzukurbeln und das Geschäft zu modernisieren, da die Kundenbasis immer älter wird und zugleich Absatz und Umsatz im Heimatmarkt USA sinken.

Das verdeutlich auch die jüngste Quartalsbilanz: Der Gewinn von Harley Davidson war im ersten Quartal dieses Jahres um mehr als ein Viertel auf rund 128 Millionen Dollar eingebrochen und die Umsätze um 12 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar gefallen.

rei

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