Handelskrieg zwischen USA und China eskaliert USA erheben neue Strafzölle, Peking spricht von "Wirtschaftsterrorismus"

Im Handelskonflikt mit China haben die USA nun mitunter extrem hohe Strafzölle auf chinesische Matratzen und Bierfässer angekündigt. Peking spricht von "reinem Wirtschaftsterrorismus".
Bierfässer in Illinois (Symbolbild)

Bierfässer in Illinois (Symbolbild)

Foto: Daniel Acker/ Bloomberg/ Getty Images

In einer neuen Runde des Handelsstreits erheben die USA nun Strafzölle auf chinesische Matratzen sowie Bierfässer aus rostfreiem Stahl aus Deutschland, Mexiko und China. Exporteure aus den entsprechenden Ländern hätten die Produkte zu Dumpingpreisen in den USA verkauft, begründete das US-Handelsministerium am Mittwoch den Schritt. Deshalb würden Matratzen aus China künftig mit einem Strafzoll von bis zu 1732 Prozent belegt.

Bei Bierfässern aus rostfreiem Stahl werde auf chinesische Produkte ein Zoll von bis zu knapp 80 Prozent erhoben. Für Produkte aus Deutschland liege der Aufschlag bei 8,61 Prozent, für mexikanische Fässer bei 18,48 Prozent. Die Unterstützung hatten mehrere amerikanische Firmen, etwa die Matratzenhersteller Serta Simmons Bedding and Tempur Sealy und der Fassproduzent American Keg, bereits im vergangenen Jahr beantragt.

Die US-Zoll- und Grenzbehörden würden nach der aktuellen Entscheidung nun angewiesen, entsprechende Beträge von Matratzen- und Bierfassimporteuren einzubehalten, teilte das Handelsministerium mit. Der Schritt sei jedoch vorläufig. Eine finale Entscheidung sei in Bezug auf Matratzen und chinesische sowie deutsche Bierfässer im Oktober und in Bezug auf mexikanische Bierfässer im August geplant.

Der Importwert von Bierfässern aus den drei Ländern in die USA belief sich 2017 auf insgesamt knapp 36 Millionen Dollar. Für chinesische Matratzen lag er bei geschätzt 436,5 Millionen Dollar, teilte das U.S. Department of Commerce mit.

Der seit mehr als einem Jahr andauernde Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften der Welt hatte sich bereits zuvor weiter hochgeschaukelt. Zuletzt hatte die US-Regierung den chinesischen Konzern Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt und damit den Zugang zu US-Technologie massiv erschwert. 

"Reiner Wirtschaftsterrorismus"

"Diese Art, Handelskonflikte bewusst zu schüren, ist reiner Wirtschaftsterrorismus, ökonomischer Chauvinismus, ökonomische Schikane", sagte Chinas stellvertretender Außenminister Zhang Hanhui am Donnerstag in Peking. "Wir sind gegen den Handelskrieg, aber wir haben keine Angst davor."

Zhang kündigte zudem eine engere Kooperation mit Russland an. "China und Russland werden mit Sicherheit die wirtschaftliche Zusammenarbeit und den Handel verstärken", sagte Zhang. Die beiden Nationen verträten im Handelskonflikt gemeinsame Interessen.

Am Dienstag hatte China gedroht, als Reaktion auf US-Strafzölle die Ausfuhr seltener Erden zu beschränken . Als seltene Erden werden 17 Elemente bezeichnet, die zur Herstellung etwa von Smartphones benötigt werden. China besitzt ein hohes Vorkommen und ist Quasi-Monopolist in der Produktion. Die Drohung erhöhte die Sorgen vor einer Rezession in der Weltwirtschaft und belastet die Finanzmärkte. 

spon/dpa
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