Dienstag, 23. Juli 2019

Milliarden-Investition Googles Schlachtplan gegen die selbst verursachte Wohnungsnot in San Francisco

Skyline von San Francisco: Google und andere Tech-Firmen ziehen gut bezahlte Mitarbeiter an - das Nachsehen haben die weniger gut verdienenden Einwohner von San Francisco

Der US-Internetkonzern Google Börsen-Chart zeigen hat eine Milliarde Dollar (gut 890 Millionen Euro) zur Eindämmung der Wohnungskrise in San Francisco und Umgebung versprochen. Google wolle "ein guter Nachbar" sein, erklärte Firmenchef Sundar Pichai am Dienstag.

Google und weitere Technologiefirmen im Silicon Valley in der San Francisco Bay Area werden maßgeblich mit dafür verantwortlich gemacht, dass Immobilienpreise und Lebenshaltungskosten in der Region stark ansteigen. Die Technologiefirmen stehen deshalb unter Druck, sich ihrer Verantwortung für die Krise im Großraum San Francisco zu stellen.

Die großen Konzerne, aber auch kleine Start-ups, ziehen fortlaufend tausende gutbezahlte Ingenieure und andere Experten an, wodurch sich das Wohnungsangebot verknappt. Zusätzlich kaufen die Unternehmen Gebäude zur Erweiterung ihrer Zentralen und treiben damit ebenfalls die Preise in die Höhe.

Insgesamt sollen 20.000 neue Wohnungen entstehen

Das Nachsehen haben die weniger gut verdienenden Menschen. Ein mittelteures Haus in der Bay Area kostete vor zwanzig Jahren noch gut 300.000 Dollar - heute liegt der Preis bei knapp einer Million Dollar.

Google will nun etwas gegen die Wohnungsnot tun und in den kommenden Jahren Immobilienbesitz im Wert von 750 Millionen Dollar umwandeln. Bislang sei vorgesehen, diesen als Büros und Geschäfte zu nutzen, stattdessen sollten aber Wohnungen gebaut werden.


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Google werde auf diese Weise den Bau von insgesamt 15.000 neuen Wohnungen für alle Einkommensklassen unterstützen, hieß es weiter. Außerdem versprach das Unternehmen einen 250 Millionen Dollar umfassenden Investmentfonds, der den Bau von 5000 erschwinglichen Domizilen unterstützen soll.

mg/afp

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