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Achtelfinalsieg gegen Griechenland: Navas hält Costa Ricas Traum am Leben

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Dramatisches Achtelfinale Costa Rica besiegt Griechenland im Elfmeterschießen

120 Minuten hat die Partie gedauert, fast die Hälfte davon spielte Costa Rica in Unterzahl. Im Elfmeterschießen behielten die Mittelamerikaner die Nerven, alle Schützen trafen. Bei den Griechen vergab ein ehemaliger Bundesligaspieler.

Hamburg - Niedriges Niveau, hohe Spannung: Es war ein packendes Außenseiterduell im Achtelfinale, am Ende gewann Costa Rica gegen Griechenland 5:3 im Elfmeterschießen. Nach der Verlängerung hatte es 1:1 (0:0) gestanden. Die Tore im Spiel erzielten Bryan Ruiz (52. Minute) und Sokratis (90.+1), am Ende scheiterte Theofanis Gekas mit seinem Elfmeter an Costa Ricas überragendem Keeper Keylor Navas.

Damit trifft Costa Rica im Viertelfinale am Samstag auf die Niederländer, die sich zuvor in letzter Minute 2:1 (0:0) gegen Mexiko durchgesetzt hatten. Die Mittelamerikaner werden dabei auf Óscar Duarte verzichten müssen, er sah gegen Griechenland die Gelb-Rote Karte (66.).

Zu Beginn war es noch eine ereignisarme Partie. Costa Rica hatte mehr Spielanteile, wurde dem gegnerischen Tor aber nicht gefährlich. Griechenland auch nicht - bis zur 37. Minute: Da brachte Linksverteidiger José Holebas eine Flanke in Costa Ricas Strafraum, Dimitrios Salpingidis kam aus kurzer Distanz zum Abschluss - und Torwart Navas verhinderte mit dem Schienbein den Gegentreffer.

Pfiffe zur Halbzeit

Die Großchance schien den Griechen Mut zu machen, anschließend trauten sie sich häufiger in die gegnerische Hälfte. Trotzdem passierte in den letzten Minuten vor der Halbzeit nichts mehr. Nach 45 Minuten wurden bei Mannschaften mit Pfiffen des Publikums in die Pause begleitet.

Zu Beginn hatte erneut Griechenland eine Möglichkeit: Nach einem Freistoß von Holebas kam Georgios Samaras zum Kopfball, Navas hielt mühelos (47.).

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Kurz darauf fiel endlich ein Tor - allerdings auf der Gegenseite. Christian Bolaños passte den Ball zu Ruiz, dessen Flachschuss von der Strafraumgrenze war schwach, aber platziert: Er kullerte genau ins Toreck (52.).

Und Costa Rica hätte direkt danach auch noch einen Elfmeter bekommen müssen: Griechenlands Verteidiger Vassilis Torosidis klärte eine Flanke in den Strafraum mit der Hand, wurde aber nicht bestraft (54.). Im Gegensatz zu Costa Ricas Verteidiger Duarte, der nach seiner zweiten Gelben Karte vom Platz musste (66.).

Sokratis gleicht in der Nachspielzeit aus

Ein Tor Rückstand und ein Mann Überzahl für Griechenland - kein Wunder, dass sich die Griechen in der Folge in der gegnerischen Hälfte festsetzten. Bis kurz vor Ende der regulären Spielzeit konnten sie sich allerdings keine echten Chancen erarbeiten. Auch Standardsituationen brachten keine Gefahr: Georgios Karagounis schoss einen Freistoß weit über das Tor (80.), nach einem weiteren Freistoß köpfte Kostas Manolas fast ebensoweit drüber (82.).

90 Minuten waren schon abgelaufen, als Griechenland doch noch die Chance zum Ausgleich hatte - und nutzte. Ein Ball, lang und weit in den Strafraum gespielt, kam zum eingewechselten Gekas. Den Versuch des langjährigen Bundesligaspielers konnte Costa Ricas Torwart Navas noch abwehren, beim Nachschuss von Dortmund-Profi Sokratis war er machtlos (90.+1).

Beinahe hätte Griechenland das Spiel sogar noch in der regulären Spielzeit gedreht. Kostas Mitroglu brachte einen Kopfball auf das Tor, Navas lenkte ihn noch mit den Fingerspitzen über die Latte (90.+3) und rettete seine Mannschaft in die Verlängerung.

Die neun verbliebenen costa-ricanischen Feldspieler waren wie gelähmt. Auch in der Verlängerung brachte Griechenland immer wieder gefährliche Flanken in den gegnerischen Strafraum. Zum Beispiel wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff, als der starke Navas ein Eigentor seines Mitspielers Michael Umaña verhindern musste (91.). Oder kurz darauf, als Griechenlands Gekas mit einem Kopfball das Tor passte (95.).

Griechenlands Trainer muss vor Elfmeterschießen auf die Tribüne

In der zweiten Hälfte der Verlängerung fand Costa Rica wieder etwas besser ins Spiel, auch den in Überzahl spielenden Griechen schwanden nun die Kräfte. Trotzdem hatten sie weiterhin die besseren Chancen auf die Führung: Gekas kam gegen Torwart Navas zu spät, der sich danach zum wiederholten Male behandeln lassen musste (107.). Bei einem Konter der Griechen und dem abschließenden Schuss von Lazaros war Navas wieder zur Stelle (113.). Und in der Nachspielzeit, der 121. Minute, rettete er seine Mannschaft mit einer Parade gegen Mitroglu schließlich ins Elfmeter schießen.

Das musste Griechenlands Trainer Fernando Santos von der Tribüne aus verfolgen: Schiedsrichter Benjamin Williams schickte ihn vom Feld, offenbar hatte er zu energisch reklamiert.

Im Elfmeterschießen trafen alle fünf Schützen der Costa Ricaner, Gekas scheiterte mit seinem Versuch an Navas.

Costa Rica - Griechenland 1:1 (1:1, 0:0) n.V., 5:3 i.E.
1:0 Ruiz (52.)
1:1 Sokratis (90.+1)
Elfmeterschießen:
Borges, Ruiz, González, Campbell und Umaña treffen für Costa Rica
Mitroglu, Lazaros und Holebas treffen für Griechenland, Navas hält gegen Gekas
Costa Rica: Navas - Gamboa (77. Acosta), Duarte, González, Umaña, Júnior Díaz - Ruiz, Tejeda (65. Cubero), Borges Bolaños (83. Brenes) - Campbell
Griechenland: Karnezis - Torosidis, Manolas, Sokratis, Holebas - Maniatis (78. Katsouranis), Samaris (58. Mitroglu) - Salpingidis (69. Gekas), Karagounis, Lazaros - Samaras
Schiedsrichter: Williams (Australien)
Zuschauer:
Gelb-Rote Karte:
Duarte (66.)
Gelbe Karten: Tejeda, Granados, Ruiz, Navas - Samaris, Manolas

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