Neues Lieblingsfestival der Silicon-Valley-Elite Einmal ausflippen in der Wüste, die Super-Luxus-Variante

Gegenwelt zur Gegenwelt: Das "Further Future" grenzt sich vom luxuskritischen Festival "Burning Man" ab. Es ist ein Tummelplatz und Jobbörse für die Silicon-Valley-Szene

Gegenwelt zur Gegenwelt: Das "Further Future" grenzt sich vom luxuskritischen Festival "Burning Man" ab. Es ist ein Tummelplatz und Jobbörse für die Silicon-Valley-Szene

Foto: Further Future / LonelyLight (Daniel Eiba)

An erste Stelle haben die Macher von "Further Future" ein Bekenntnis gesetzt, das mit wenigen Worten auskommt: "Verlasse deine Komfortzone, fordere dich selbst heraus und tue nicht das Naheliegende."

Nicht so naheliegend ist dann wohl, gleich die nächste Komfortzone zu besuchen, wenn auch mitten in der Wüste von Nevada. 350 Dollar kostet bei dem Festival, das am vergangenen Wochenende seine zweite Ausgabe feierte, nur das Standard-Ticket mit Eintritt zu elektronischer Musik, spektakulären Kunstaktionen und Reden von allerlei "Visionären".

Hinzu kommen Unterkünfte vom einfachen Zeltplatz bis zum "Mondpalast" (7500 Dollar) mit "nichts als reinem, ungeniertem Luxus" einschließlich Butler rund um die Uhr, ein Spa und auf Wunsch auch ein Dinner des japanischen Starkochs Nobu für 250 Dollar.

Der "Guardian" war da  und traf Eric Schmidt, den Verwaltungsratschef des Google-Mutterkonzerns Alphabet , im immerhin selbstgemachten Kostüm mit einer Weste aus verspiegelten Glasscherben. "Die Zukunft wird von Leuten mit einem alternativen Weltbild gemacht. Man weiß nie, wo man Ideen findet", begründete Schmidt seine Begeisterung für das Spektakel.

Der altgediente Manager fand auch Worte für die Vorzüge des teuren "Further Future" gegenüber dem viel größeren Festival "Burning Man", wo er seit Jahren als Stammgast gilt - was ihm angeblich einst die Sympathien der Google-Gründer und damit seinen Job einbrachte.

"Hier sind die Gewinner"

"Hier ist ein hoher Anteil von Unternehmern aus San Francisco, und zwar eher die Gewinner", so Schmidt. Am höheren Anteil an Wohnwagen könne man den Erfolg der Festivalgäste ablesen. "Further Future" versammele die Elite der "Burning-Man"-Szene.

An der Experimentierfreude des "Burning Man", der von psychedelischen Drogen und freier Liebe geladenen Atmosphäre in der Wüstensonne haben sich auch schon andere Macher der Tech-Szene berauscht. Tesla-Gründer Elon Musk ließ sich sogar zu dem Urteil hinreißen, "Burning Man ist das Silicon Valley".

In den vergangenen Jahren geriet das große Geld aus dem Valley aber zunehmend in Konflikt  mit der Künstlergemeinde das Festivals, die zumindest offiziell noch an gegenkulturellen Prinzipien wie gemeinschaftlicher Selbsthilfe und der Ablehnung von Kommerz festhielt. Doch zunehmend flogen Promis wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg im Privathubschrauber ein, die Milliardäre leisteten sich Angestellte für ihre Grenzerfahrung.

Mit dem "Further Future" ist der Konflikt gelöst: Das neue Festival ist ganz auf die Bedürfnisse der Tech-Elite zugeschnitten, es darf etwas kosten, und Luxus ist erwünscht. "Es gibt ja schon genug Hartes im Leben", sagte Organisator Russell Ward dem "Guardian".

Und so sehr sich das Festival um die Musik drehe, eigentlich gehe es darum Geschäftskontakte anzubahnen, Geldgeber für Startups zu finden oder Kooperationen zu beschließen. Der Spaß sei da eine Nebensache.


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