Donnerstag, 20. Juni 2019

Kursrutsch in Europa Fünf Dinge, die Finanzexperten 2015 fürchten

Flucht aus europäischen Aktien: Europas Börsen haben die schwächste Woche seit mehr als zwei Jahren hinter sich, der Dax verlor knapp 5 Prozent. Fünf Dinge, die Experten für 2015 in Europa fürchten.

Hamburg - Seit seinem in der Vorwoche erreichten Rekordhoch ist der deutsche Aktienindex Dax Börsen-Chart zeigen wieder auf dem Rückzug - binnen fünf Handelstagen hat er 4,8 Prozent verloren. Nicht nur die zuletzt gestiegenen Bewertungen verleiten Anleger dazu, vor dem Weihnachtsfest Kasse zu machen: Die Verkäufer berufen sich auch auf ein ganzes Bündel von Risiken, die den Aktienmarkt im Jahr 2015 durchrütteln könnten.

Da ist zunächst die Angst vor einem Comeback der Euro-Krise, die sich vor allem am Kurssturz der Börse in Athen ablesen lässt - der Athener Leitindex verlor rund 20 Prozent an Wert. Das griechische Parlament wählt im Dezember einen neuen Staatschef. Regierungschef Samaras hat die Abstimmung vorgezogen und ist das Risiko eingegangen, dass es bei einem Scheitern der Wahl zu einer politischen Krise kommt. Dann wären Neuwahlen fällig, aus denen die Euro-Gegner als stärkste Kraft hervorgehen dürften.

Die gegen die Sparpolitik kämpfende linke Syriza-Partei liegt einer Umfrage zufolge in der Wählergunst klar vorn. Mögliche Neuwahlen und ein möglicher Wahlsieg der Euro-Gegner sorgen auch bei EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker für Nervosität: "Die Griechen wissen genau, was ein falsches Wahlergebnis für Griechenland und die Euro-Zone bedeuten würde", warnte Juncker.

Investoren erinnern sich noch lebhaft an die Wellen des Chaos, die das kleine Land über Europas Börsen branden ließ, als es milliardenschwere Hilfen brauchte und sich doch gegen die Vorgaben der Troika wehrte. Genau das könnte 2015 auch drohen, meint Jan von Gerich, Chefstratege für entwickelte Märkte bei der Bank Nordea. Die Analysten von Allianz Global Investors attestieren: "Politische Stabilität und eine handlungsfähige Regierung in Athen sind unabdingbar, um die Herausforderungen von Hellas zu meistern."

Zu der Sorge um Griechenland und einem Comeback der Euro-Krise gesellt sich in Europa die Angst vor Deflation, die die ohnehin schwächelnde Wirtschaft auf dem Kontinent vollends abwürgen könnte.

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