Mittwoch, 13. November 2019

Anleger wohl zu zögerlich Luxusyachtbauer Ferretti sagt Börsengang ab

Yacht "Blue Eyes" von Ferretti: Das italienische Unternehmen wurde 1968 von Powerboot-Weltmeister Norberto Ferretti gegründet

Aus dem Börsengang des italienischen Yachtbauers Ferretti wird zunächst nichts. Der Luxusboothersteller bestätigte am Donnerstag Insider-Informationen, dass die Emission abgesagt sei. Man werde auf ein stabileres Marktumfeld warten und womöglich einen Investor aus Europa an Bord nehmen, der rund 30 Prozent übernehmen könnte, erklärte das Unternehmen.

Ein Insider sagte, die Anleger seien nur bereit gewesen, Ferretti-Aktien am unteren Ende der Preisspanne - bei zwei Euro - zu zeichnen. Zu dem Preis wäre Ferretti mit 580 Millionen Euro bewertet worden - ursprünglich hatten die Eigentümer auf das Doppelte gehofft. Ferretti hatte zwischen 30 und 40 Prozent seiner Aktien an die Börse in Mailand bringen zu Wollen. Die Preisspanne für die Aktien sollte bei 2,50 Euro bis 3,70 Euro liegen, hieß es in Berichten Ende September.

Etwas weniger als die Hälfte der zu platzierenden Aktien sollte aus einer Kapitalerhöhung kommen, den Rest wollten die bisherigen Eigner anbieten. Knapp 87 Prozent an Ferretti gehören dem chinesischen Mischkonzern Weichai. Die restlichen Anteile besitzt seit 2016 Piero Ferrari, Sohn des Gründers des gleichnamigen Sportwagenbauers.


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Ferretti wurde 1968 von dem Powerboot-Weltmeister Norberto Ferretti im italienischen Forlì gegründet. Die Gruppe ist weltweit nach dem ebenfalls italienischen Yachtbauer Azimut-Benetti die Nummer zwei am Markt. Zu Ferretti gehören acht Marken, unter anderem auch die für seine exklusiven Holzboote bekannte Riva-Werft. Zu den namhaften Käufern der Megayachten zählt auch US-Schauspieler George Clooney.

Ferretti war bis 2003 schon einmal an der Börse notiert. 2012 wurde die Gruppe durch den Einstieg von Weichai vor dem Konkurs gerettet. Inzwischen schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen: Im ersten Halbjahr 2019 erzielten die 1500 Mitarbeiter einen Umsatz von 332 Millionen Euro und einen Gewinn von 30 Millionen Euro. Mit dem nun geplanten Börsengang wollen die Eigentümer Kasse machen. Begleitet wird der Börsengang von den Banken Barclays, BNP Paribas, UBS und Mediobanca.

rei/dpa/Reuters

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