Konkurrenz für TikTok Facebook bringt TikTok-Wettbewerber Reels nach Deutschland

Facebook will nach dem Riesenerfolg von TikTok seine Nutzer nun mit einer eigenen Anwendung an sich binden.
TikTok: Facebook will der chinesischen Erfolgs-App Konkurrenz machen

TikTok: Facebook will der chinesischen Erfolgs-App Konkurrenz machen

Foto: Jens Kalaene/dpa

Angesichts des Siegeszugs der Kurzvideo-App TikTok will der Technologiekonzern Facebook seinen Nutzern nun eine eigene Spezialeffekte-Anwendung anbieten, damit diese nicht zur Konkurrenz wandern. Nachdem Facebooks erster TikTok-Klon Lasso nicht wirklich abhob,  startet Facebook über seine Tochter Instagram nun einen zweiten Versuch, TikTok-Nutzer von den eigenen Qualitäten zu überzeugen. Und zwar diesmal einen, für den sie keine neue App herunterladen müssen, sondern einfach die neue Funktionalität über ihr bereits bestehende Instagram-Konto nutzen können.

Nach einem ersten Probelauf einer Spezialeffekte-App in Brasilien soll "Reels", wie die Facebook seine Kurzvideo-Anwendung taufte, nun auch in Frankreich und Deutschland an den Start gehen und dort in ein bis zwei Tagen verfügbar sein, wie eine Facebook-Sprecherin erklärte.

Sie bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur dpa. Reels werden bei Instagram bis zu 15 Sekunden lange Videos genannt, die mit Musik oder Spezialeffekten unterlegt sein können. Mit dem Start in Frankreich und Deutschland weitet Facebook den Testlauf des TikTok-Konkurrenten aus, der unter dem Namen Cenas (Szenen) in Brasilien gestartet war.

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Der Erfolg der chinesischen App des chinesischen Bytedance-Konzerns, die zunächst unter Teenagern weite Verbreitung fand, hatte die US-Technologiekonzerne kalt erwischt. Dass große Tech-Konzerne wie Facebook oder Google erfolgreiche Konzepte der Konkurrenz kopieren, wenn sie diese nicht durch Übernahmen vom Markt nehmen können, ist nichts Neues. So kopierte Facebook in der Vergangenheit wiederholt Funktionen von Snapchat oder lancierte vor Kurzem einen Konkurrenten der Videokonferenzplattform Zoom namens Room. Auch die Alphabet-Tochter Youtube arbeitet etwa an einem TikTok-Klon.

Allerdings scheint sich das Klonen bei TikTok bislang schwieriger als erwartet zu gestalten. So luden laut einem Bericht von CNBC  bis Anfang des Jahres nur 70.000 US-Nutzer Facebooks Lasso-App herunter. Die Zahl der TikTok-Downloads lag im selben Zeitraum nach Angaben der Analysefirma SensorTower bei 39,6 Millionen.

Dass weder Facebook noch Youtube ihre Bemühungen im Kurzvideobereich dennoch nicht aufgeben, ist indes wenig überraschend. Mittlerweile haben weltweit mehr als zwei Milliarden Menschen die App heruntergeladen . Und mit alleine 315 Millionen Neuinstallationen im ersten Quartal mehr als jemals jede andere App. Und so TikTok-Macher Bytedance nach Angaben von Sensortower bei stetig steigendem Umsatz bislang mehr als 456 Millionen Dollar in die Tasche gespült.

mihec, mit dpa
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