Damit kommen Sie über den Berg Die fünf besten E-Mountainbikes der Welt

Wer beim Kauf eines E-Mountainbikes tief in die Tasche greifen kann, bekommt ein technisch hochgerüstetes Sportgerät. Das neue Fachmagazin EMTB testete jetzt die innovativsten Modelle. Hier sind die Top Five.
Von EMTB Magazin
Foto: Markus Greber

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Sie wollen die Zeit im Sattel so intensiv nutzen, wie es geht? Möglichst viele Kilometer auf Singletrails sammeln? Rampen und Stufen bergauf mit Schwung nehmen? Vielleicht haben Sie auch wenig Zeit zum Trainieren, aber Lust auf hohe Berge. Vielleicht wollen Sie mit Freunden biken, die fitter sind. Oder mit dem Kinderanhänger hinten dran mal eine Tour in die Berge machen. Dann wäre ein E-Mountainbike genau das richtige Sportgerät für Sie.

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Mit den 250 Watt starken Pedelecs fürs Gelände verlieren selbst steilste Anstiege ihren Schrecken, denn der Motor verdoppelt den eigenen Krafteinsatz, der Fahrspaß stellt sich damit schon beim Uphill ein. 1500 Höhenmeter oder 100 Kilometer weit kommt man mit einer Akku-Füllung. Das wäre für einen weniger Trainierten ohne Motorunterstützung nicht machbar. Doch mit den neuen Aggregaten von Bosch & Co. wird jede Bergtour zum Kinderspiel.

Die Redaktion des neu am Markt erschienenen Fachmagazins EMTB  hat in ihrer Premieren-Ausgabe 15 vollgefederte E-Mountainbikes der neuen Generation in einem aufwändigen Praxis- und Labortest verglichen. Hier sind ihre fünf Favoriten:

1. Scott E-Genius 710 Plus: Fette Bereifung, maximale Reichweite

Preis: 5499 Euro; Gewicht: 22,1 kg

Das Scott E-Genius 710 Plus eignet sich vor allem für Touren-Fahrer und Cruiser. Bergauf überzeugt es durch die guten Klettereigenschaften und die große Reichweite, bergab durch Fahrstabilität.

Das Scott E-Genius 710 Plus eignet sich vor allem für Touren-Fahrer und Cruiser. Bergauf überzeugt es durch die guten Klettereigenschaften und die große Reichweite, bergab durch Fahrstabilität.

Foto: Markus Greber

Bergauf macht dem E-Genius keiner etwas vor. Lange Kettenstreben, Reifen im neuen Plus-Format und der bärenstarke Performance-Mittelmotor von Bosch - damit wälzt man sich einfach überall hoch. Dass das Scott-Modell trotz der fetten Bereifung sogar die Reichweitenwertung gewinnt, überrascht auch die Spezialisten.

Der lange Radstand, die flachen Winkel und das feinfühlige Fahrwerk machen das Bike aber auch bergab zum Top-Scorer. Es vermittelt ein Höchstmaß an Sicherheit und besticht mit stoischer Laufruhe: Linie anpeilen und stur draufhalten, heißt die Devise.

2. Cube Stereo Hybrid 140 HPA: Durchdachter Ausstattungs-Mix

Preis: 5499 Euro; Gewicht: 21,7 kg

Das Cube Stereo Hybrid 140 HPA ist ein echter Alleskönner, das sich keinen Patzer leistet. Ein Plug-and-Play-Bike, das man seinem besten Freund empfiehlt.

Das Cube Stereo Hybrid 140 HPA ist ein echter Alleskönner, das sich keinen Patzer leistet. Ein Plug-and-Play-Bike, das man seinem besten Freund empfiehlt.

Foto: Markus Greber

Top Geometrie, effizientes Fahrwerk, durchdachter Ausstattungs-Mix. Das Stereo katapultiert sich auch ohne Innovationsfeuerwerk auf Platz zwei im Gesamt-Ranking. Die Geometrie ist so lang, dass das Bike sehr gut klettert und erst spät vorne aufbäumt. Gleichzeitig ist es kurz genug, um auch auf winkligen Trails Spaß zu machen.

Die 2,35er-Reifen bieten auch ohne Plus-Übergröße gute Traktion und übertragen die kurz übersetzte Motor-Power des 75 Nm starken Bosch-Antriebs bestens auf jeden Untergrund. Das Fahrwerk ist mit 140 Millimetern gut gerüstet für anspruchsvolles Terrain. Mit dem elegant geformten Unterrohr, das den klobigen Bosch-Akku gut umschließt, haben die Cube-Ingenieure auch an die Optik gedacht.

3. Specialized Turbo Levo FSR Expert: Aufsitzen und wohlfühlen

Preis: 6499 Euro; Gewicht: 22,2 kg

Elegant, schnörkellos und gespickt mit Innovationen – das Specialized Turbo Levo FSR Expert ist zweifellos ein großer Wurf für jeden Fahrertyp

Elegant, schnörkellos und gespickt mit Innovationen – das Specialized Turbo Levo FSR Expert ist zweifellos ein großer Wurf für jeden Fahrertyp

Foto: Markus Greber

Lange erwartet und mit reichlich Vorschusslorbeeren dekoriert - das Levo des amerikanischen Premium-Herstellers ist zweifellos das innovativste E-MTB des Jahres. In zahlreichen Details  bietet es mehr als die Konkurrenz: sei es das integrierte Bordwerkzeug, die intelligente App zur Motorsteuerung, der in Scheibenbremse und Ausfallende integrierte Drehzahlsensor oder die Konnektivität mit Garmin-GPS-Geräten.

Die Geometrie des Levos fällt kurz und wendig aus. Das Fahrwerk arbeitet unauffällig, aber leistungsstark. Die Reifen im Plus-Format bieten überragenden Grip. Der Antrieb ist in den Rahmen integriert, der Akku herausnehmbar. Aufsitzen und wohlfühlen, ohne Kompromisse. Die Leistung des Brose-Antriebs bleibt hinter den Bosch-Motoren etwas zurück.

4. Haibike Xduro Allmtn Pro: Über den Dingen thronen

Preis: 6799 Euro; Gewicht: 21,8 kg

Das Haibike Xduro Allmtn Pro ist ein schickes, verspieltes Trailbike, das versierten Fahrern dank super Fahrwerk ein hohes Spaßpotenzial bietet.

Das Haibike Xduro Allmtn Pro ist ein schickes, verspieltes Trailbike, das versierten Fahrern dank super Fahrwerk ein hohes Spaßpotenzial bietet.

Foto: Markus Greber

In der Kürze liegt die Würze: Ein kurzer Hinterbau bedeutet Wendigkeit. Auch die Sitzposition fällt auf dem Haibike sehr kompakt aus. So thront man auf dem Bike regelrecht über den Dingen. Bergab und im Singletrail macht die kurze Geometrie eine Menge Spaß.

Mit entscheidend dafür: Das äußerst sensible Fahrwerk der amerikanischen Komponenten-Schmiede Fox bietet mit seinen 150 Millimetern Federweg enormen Reserven. Die Designsprache überzeugt, auch Akku und Bosch-Motor sind gut in den Rahmen integriert.

5. Rotwild R.X+FS Evo: Sportlich, agil, direkt

Preis: 6999 Euro; Gewicht: 20,4 kg

Das Rotwild R.X+FS Evo bietet Systemintegration par excellence. Für Leute, die Hightech und Design schätzen, vom E-Antrieb bergauf profitieren wollen, ihn aber bergab eigentlich vergessen wollen.

Das Rotwild R.X+FS Evo bietet Systemintegration par excellence. Für Leute, die Hightech und Design schätzen, vom E-Antrieb bergauf profitieren wollen, ihn aber bergab eigentlich vergessen wollen.

Foto: Markus Greber

Rotwild setzt auf den Antrieb von Brose, versteckt den Akku formschön im Unterrohr (nicht herausnehmbar) und stellt mit nur 20,4 Kilo ein - für E-Mountainbikes - sehr leichtes Hightech-Bike auf die Stollen. Das Rotwild fährt sich wie es aussieht: sportlich, agil, direkt. Ob steile Rampe bergauf oder haarige Abfahrt, die Sitzposition passt, und das Fahrwerk liefert mit 145 Millimetern Federweg genügend Reserven für anspruchsvolle Abfahrten.

Manko: Der Carbon-Lenker ist so weich, dass er sich bei ruppigem Einsatz spürbar verbiegt. Das verhindert eine noch bessere Bewertung in der Disziplin Downhill. Optional ist das Rotwild mit auch mit Plus-Bereifung zu haben, was Grip, Kurventraktion und Komfort spürbar verbessert.

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