Dienstag, 12. November 2019

"Economist"-Ranking Wien ist und bleibt die lebenswerteste Stadt der Welt

Kathedrale in Wien: Die österreichische Metropole ist dem aktuellen Economist-Ranking zufolge erneut die lebenswerteste Stadt der Welt
JOE KLAMAR/ AFP
Kathedrale in Wien: Die österreichische Metropole ist dem aktuellen Economist-Ranking zufolge erneut die lebenswerteste Stadt der Welt

Wien ist einer britischen Studie zufolge erneut die lebenswerteste Stadt der Welt. In der am Mittwoch veröffentlichten, jährlich erscheinenden Rangliste der "Economist Intelligence Unit (EIU)" lag die österreichische Hauptstadt wie bereits im Jahr 2018 vor der australischen Stadt Melbourne, gefolgt von Sydney, Osaka und Calgary. Erstmals wurden in diesem Jahr auch die Folgen des Klimawandels in die Bewertungen mit aufgenommen.

Insgesamt befinden sich acht europäische Städte unter den 20 lebenswertesten Metropolen der Welt. Jahrelang hatte Melbourne die Spitzenposition verteidigt, bis mit Wien im vergangenen Jahr erstmals eine europäische Stadt die Liste anführte. Paris rutschte in diesem Jahr nach den teils gewaltsamen Protesten der "Gelbwesten"-Bewegung hingegen um sechs Plätze ab. Die französische Hauptstadt kam nur noch auf Rang 25.

Hier lässt es sich am besten leben
Rang Stadt Land
1 Wien Österreich
2 Melbourne Australien
3 Sydney Australien
4 Osaka Japan
5 Calgary Kanada
6 Vancouver Kanada
7 Toronto Kanada
7 Tokio Japan
9 Kopenhagen Dänemark
10 Adelaide Australien
Quelle: Economist Intelligence Unit

140 Städte wurde anhand von Kriterien wie Lebensstandard, Kriminalitätsrate, Gesundheitsversorgung, Kulturangebot, Umweltsituation, Schulsystem und städtische Infrastruktur bewertet. Wien erreichte ein fast perfektes Ergebnis von 99,1 Punkten von 100. Die österreichische Hauptstadt konnte unter anderem mit ihrem erschwinglichen und guten ausgebauten öffentlichen Nahverkehr, den moderaten Mietpreisen und seinem vielfältigen Kulturangebot punkten. Außerdem erwähnen die Autoren nebst vielen anderen Vorzügen Wiens großartige Architektur, das besonders saubere Alpen-Trinkwasser und die berühmte Kaffeehauskultur.

Wien gilt schon seit längerem als beispielhaft, wenn es um die Frage relativ moderater Lebenshaltungskosten, Chancengleichheit und Kampf gegen Gentrifizierung geht. So gibt es für den öffentlichen Nahverkehr in der österreichischen Hauptstadt ein 365-Euro-Jahresticket. Auch beim Wohnungsbau wurden über Jahrzehnte Anstrengungen gemacht, um etwa Mieten niedrig zu halten. In Österreich sind Mieten seit Jahren durch ein Bundesgesetz gedeckelt.

Zu den Städten, in denen sich die Lebensqualität in den vergangenen fünf Jahren besonders stark verbessert hat, zählen laut "Economist" Moskau, Belgrad, Hanoi und Kiew.

Die Berücksichtigung des Klimawandels in dem EIU-Ranking ließ Neu Delhi und Kairo auf die Plätze 118 und 125 abrutschen. Als Gründe werden die Luftverschmutzung, die hohen Durchschnittstemperaturen und die mangelhafte Wasserversorgung genannt. Es sei zu erwarten, dass "Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel" die Bewertung der Städte künftig immer stärker beeinflussen, sagte EIU-Mitarbeiterin Agathe Demarais. Am Ende des Rankings finden sich die Städte Karachi, Tripolis, Dhaka und Lagos. Auf dem aller letzten Platz landet die Hauptstadt des Krisenstaats Syrien, Damaskus.

mg/afp

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