Donnerstag, 5. Dezember 2019

Hersteller kommt US-Aufsicht zuvor Juul stoppt Verkauf von E-Zigaretten mit Fruchtgeschmack

Das süße Gift: Mango, Mint, Frucht - E-Zigaretten von Juul mit Fruchtgeschmack gelten unter Kritikern als besonders gefährlich

Der umstrittene US-Anbieter Juul Labs hat den Verkauf aromatisierter E-Zigaretten mit Fruchtgeschmack in den Vereinigten Staaten gestoppt. Nachdem das Unternehmen den Vertrieb an den Einzelhandel unter hohem Druck von Aufsehern bereits ausgesetzt hatte, stellte es am Donnerstag auch den Online-Verkauf über seine Website vorerst ein.

Juul kommt damit der Aufsichtsbehörde FDA zuvor, die derzeit wegen einer E-Zigaretten-Epidemie unter US-Teenagern und Todesfällen im Zusammenhang mit den Produkten Maßnahmen vorbereitet.

Präsident Donald Trump hatte bereits "sehr strenge" Vorschriften angekündigt und die Nutzung von E-Zigaretten als "großes Problem" bezeichnet. Juul war vor allem wegen der offensiven Social-Media-Vermarktung seiner Produkte an jüngere Zielgruppen in die Kritik geraten.


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Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Gebrauch von E-Zigaretten war in den USA zuletzt auf 33 gestiegen. Die Toten seien aus 24 US-Bundesstaaten gemeldet worden, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag mit.

Der E-Zigaretten-Hersteller ist auch ins Visier der US-Justizbehörden geraten. Gegen das Start-up laufe eine strafrechtliche Untersuchung der US-Staatsanwaltschaft in Kalifornien, schrieb zuletzt das "Wall Street Journal".

Bis Ende September waren laut Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC in den USA 530 Fälle von Lungenverletzungen nach dem Gebrauch von E-Zigaretten erfasst worden. Juul ist der führende Hersteller in den USA, der Tabakriese Altria (Marlboro) hält einen großen Anteil.

Markteinschränkungen für Juul in Deutschland

In Deutschland wurden Juul jüngst erhebliche Markteinschränkungen auferlegt. Laut einer einstweiligen Verfügung des Düsseldorfer Landgerichts ist der Firma vorerst untersagt, Kartuschen ohne Elektro-Symbol auf dem Plastikgehäuse in den Handel zu bringen. Eine zweite einstweilige Verfügung verbietet es Juul, Kartuschen zu vertreiben, bei denen der tatsächliche Nikotingehalt von dem auf der Packung angegebenen Wert um mehr als ein Milligramm abweicht.

rei/dpa

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