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Sieg gegen Portugal: Müller-Show zum Auftakt

Foto: Guillaume Horcajuelo/ dpa

Deutscher 4:0-Sieg über Portugal Dreifach Müller, einfach gut!

Ein WM-Auftakt wie erträumt: Beim 4:0-Sieg gegen Portugal zeigt das deutsche Team beste Turnier-Frühform. Jérôme Boateng ärgert Cristiano Ronaldo, Thomas Müller ballert sich für die Torjägerkanone warm und Pepe sieht Rot. Alles Wichtige zum DFB-Erfolg.

Ausgangslage: WM-Auftakt. Das erste Gruppenspiel für die deutsche Nationalmannschaft und die Frage, wo das Team von Bundestrainer Joachim Löw wirklich steht. Dazu Tausende Fans beim Public Viewing, bereit, ein neues WM-Fieber zu entfachen.

Ergebnis: 4:0 (3:0). In Worten: V i e r zu n u l l. Torschützen: Thomas Müller (12. Minute, Elfmeter/45.+1, 78.) und Mats Hummels (32.). Status: WM-Fieber entfacht. 39 Grad.

Erste Halbzeit: Abtasten? Nichts da. Beide Teams sofort im Attacke-Modus. Cristiano Ronaldo (7.) und Sami Khedira (8.) vergaben die ersten Chancen, bevor Schiedsrichter Milorad Mazic den insgesamt fünften Elfmeter der WM pfiff, diesmal für Deutschland. Nach Müllers Treffer beendete Hummels mit einem Kopfballtor im Anschluss an eine Kroos-Ecke die portugiesische Gegenwehr. Müllers zweiter Treffer durfte schon als Ansage in Richtung WM-Torjägerkanone verstanden werden.

Zweite Halbzeit: Mesut Özil vergab frei vor dem Tor das 4:0 (51.), der Pass kam von Götze. Gegen dezimierte Portugiesen ließ es Deutschland ruhiger angehen, hatte durch Götze die Chance auf mehr (69.) - und Glück, als es nach einem Foul von Benedikt Höwedes an Eder im Strafraum keinen Elfmeter gab (75.). Müllers dritter Treffer (78.) bringt den Deutschen im Kampf um die WM-Torjägerkanone ganz nach vorne.

Überraschung des Spiels: Mario Götze, von Beginn an, nominell vorne links. Der Bayern-Profi war nicht zwingend in der Startelf erwartet worden, wirkte auf ungewohnter Position aber von Anfang an präsent. Holte den Elfmeter gegen Joao Pereira geschickt heraus. Dazu mit einigen feinen Dribblings, Pässen und einer Großchance in der 31. Minute. Nutzte die Partie, um daran zu erinnern, dass .

Jérôme Boateng (l.), Ronaldo: Der Sieger trägt das DFB-Dress

Jérôme Boateng (l.), Ronaldo: Der Sieger trägt das DFB-Dress

Foto: Guillaume Horcajuelo/ dpa

Duell des Spiels: CR7 gegen JB20. Boateng lebte für 90 Minuten den Traum Tausender Frauen: Er kam dem Superstar der Portugiesen regelmäßig so nahe, dass er ohne Mühe dessen Parfum erraten konnte. Für den Bayern-Verteidiger war das allerdings eher ein Job der Marke "undankbar". Bewies dafür nach kurzer Eingewöhnungsphase mehrfach ein gutes Näschen im Zweikampf und nahm die wichtigste portugiesische Angriffswaffe aus dem Spiel.

Riegel des Spiels: Höwedes, Per Mertesacker, Hummels und Boateng - vier Innenverteidiger in der deutschen Abwehr. Eine Abkehr von Löws eigentlicher Spielidee mit offensiv verschiebenden Außenverteidigern? Egal wie man die Besetzung vom Montag nennen mag, der Erfolg im Auftaktspiel gibt dem Bundestrainer Recht. Gegen zugegebenermaßen nicht gerade überwältigend starke Südeuropäer empfahl sich die neue Viererkette für weitere Aufgaben.

Karte des Spiels: Pepe. Der Real-Verteidiger langte Müller in der 37. Minute erst mit dem Arm ins Gesicht, um dem am Boden sitzenden Bayern-Angreifer anschließend per Kopf zu Leibe zu rücken. Die Strafe für derlei Unsportlichkeit: Rot und Zeit für eine ausgiebige Dusche.

Knie des Spiels: Ein Tapeband, Modell: fleischfarben, um das linke Knie von Ronaldo erinnerte an die Probleme des 29-Jährigen mit der Patellasehne. Wie fit der Superstar wirklich ist, kann wohl nur er selbst sagen. Der Eindruck vom WM-Auftakt ist jedenfalls ernüchternd: Ballkontakte und Passquote unterdurchschnittlich, nur eine gute Offensivaktion in der Anfangsphase. Das sind nicht die Werte, die ein Cristiano Ronaldo von sich erwartet.

Deutschlands Müller: Dreifacher Torschütze

Deutschlands Müller: Dreifacher Torschütze

Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS

Nerven des Spiels: Thomas Müller. Musste vor dem Elfmeter sekundenlang warten, ehe er anlaufen durfte. Erst justierte der Schiedsrichter den portugiesischen Torhüter, dann übereifrige portugiesische Verteidiger. Der Deutsche blieb von den Störmanövern völlig unbeeindruckt und versenkte cool. Das frühe Tor war der Schlüssel zum Erfolg.

Sorgenkind des Spiels: Mats Hummels. Kam in der 72. Minuten nach einem Luftduell unglücklich auf, verdrehte sich das Knie. Der Verteidiger vom BVB musste mit schmerzverzerrtem Gesicht ausgewechselt werden, eine Diagnose steht noch aus. Löw sagte, der Abwehrspieler habe "einen Schlag auf den Oberschenkel" erhalten. Löw geht nicht von einer langen Zwangspause aus.

Bankdrücker des Spiels: Bastian Schweinsteiger. Saß 90 Minuten auf der Bank und wurde nie vermisst. Musste mitansehen, wie sich Philipp Lahm, Kroos und Khedira den Job im defensiven Mittelfeld clever aufteilten.

Fazit: Deutschland ist im Turnier. Und das nächste Gruppenspiel gegen Ghana am Samstag noch viel zu weit weg.

Deutschland - Portugal 4:0 (3:0)
1:0 Müller (12., Foulelfmeter)
2:0 Hummels (32.)
3:0 Müller (45.+1)
4:0 Müller (79.)
Deutschland: Neuer - Jérôme Boateng, Hummels (ab 73. Minute Mustafi), Mertesacker, Höwedes - Lahm, Khedira - Özil (ab 63. Schürrle), Kroos, Götze - Müller (ab 82. Podolski)
Portugal: Rui Patrício - Alves, Pepe, Pereira, Coentrao (ab 65. Andre Almeida) - Veloso (ab 46. Costa) - Mereiles, Moutinho - C. Ronaldo - Hugo Almeida (ab 28. Eder, Nani
Schiedsrichter: Milorad Mazic (Serbien)
Zuschauer: 51.081
Gelbe Karten: - Pereira
Rote Karte: Pepe nach einer Tätlichkeit (37.)
Ballbesitz (in Prozent): 57/43
Zweikämpfe (gewonnen, in Prozent): 57/43
Schüsse: 13/13

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