Freitag, 22. November 2019

Aktie vor Stresstest der Fed unter Druck Deutscher Bank drohen neue Auflagen für US-Tochter

Deutsche Bank an der Wall Street: Die Fed veröffentlicht am Abend die Ergebnisse ihres Stresstest

Neue Probleme für die Deutsche Bank: Führende Manager der Deutschen Bank rechnen mit Auflagen für ihre US-Investmenttochter, auch wenn sie den Stresstest der US-Notenbank Federal Reserve bestehen sollte. Die Manager gingen davon aus, dass die US-Notenbank der Investmentbank weiterhin verbieten werde, der deutschen Konzernmutter Geld ohne vorherige Genehmigung zu überweisen, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag.

Zudem erwarteten sie, dass die Fed die US-Investmenttochter dazu anhalten werde, das System zur Überprüfung von Geschäften und Risken weiter zu verbessern.

Den Insidern zufolgen hofften die Manager, dass Verbesserungen im Risiko-Management und bei der Kapitalplanung es ermögliche, die Deutsche Bank den Stresstest unter Vorbehalt besteht. Demnach sei die Zuversicht der Manager in Gesprächen mit Vertretern der Fed über Monate gewachsen. Sie räumten allerdings ein, dass die Notenbanknoch nicht abschließend entschieden habe und ein viertes Durchfallen durch den Stresstest möglich sei.

"Wir kennen die Testergebnisse der Fed nicht"

Ein Sprecher der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen sagte zu den Angaben: "Wir können keine dieser Informationen bestätigen, da wir die Testergebnisse nicht kennen." Man respektiere den Vorgang und die Entscheidung der Fed. Die US-Notenbank will die Ergebnisse am Freitag nach US-Börsenschluss bekanntgeben.

Die Fed prüft Banken seit der Finanzkrise 2008 jährlich in Stresstests. Dabei geht es darum festzustellen, ob die Geldhäuser einen wirtschaftlichen Rückschlag durchstehen können. Im vergangenen Jahr hatte die Fed teilweise "erhebliche Schwächen" bei der US-Tochter der Deutschen Bank gefunden und "weitreichende und kritische Defizite" bei der Kapitalplanung bemängelt.

Barclays senkt Kursziel für Deutsche-Bank-Aktie

Die Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen Bank könnten am Freitag auch wegen eines skeptischen Analystenkommentars von Barclays unter Druck geraten. Analyst Amit Goel von der britischen Bank senkte sein Kursziel für die Papiere des Dax -Konzerns von 6,50 auf 5,00 Euro und bestätigte sein "Underweight"-Votum. Im Vergleich zum letzten Xetra-Schluss sieht der Experte, der nun einer der größten Pessimisten ist, damit ein Kursrisiko von fast 21 Prozent.

Mit einem Minus von mehr als 9 Prozent zählen die Deutsche-Bank-Aktien im bisherigen Jahresverlauf zu den schwächsten Dax-Werten. Der Kurs ist seit Jahren auf Talfahrt. Teure Beilegungen von Rechtsstreitigkeiten in der Folge der Weltfinanzkrise, ein schleppender Konzernumbau und das Niedrigzinsumfeld machen der Bank zu schaffen.

la/reuters/dpa

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