Mittwoch, 20. November 2019

Börse Dax schließt knapp im Minus

Dax über 12.200 Punkten: Notenbanken stützen

EZB-Präsident Mario Draghi lässt sich für seine lockere Zinspolitik vom Aktienmarkt feiern. Nach Börsenschluss in Deutschland deutet die US-Notenbank Fed ihrerseits eine Zinssenkung noch in diesem Jahr an.

Der Dax Börsen-Chart zeigen ist nach seiner Kursrally am Vortag am Mittwoch leicht ins Minus zurückgefallen. Der deutsche Leitindex notierte am Mittwoch zum Handelsschluss auf Xetra (17.30 Uhr) 0,2 Prozent im Minus, nachdem er am Vortag um 2 Prozent zugelegt hatte. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex Dax bei 12.308 Punkten. Zu den Gewinnern im Dax gehörten die Aktien von Covestro Börsen-Chart zeigen, Infineon Börsen-Chart zeigen und der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen mit Kursgewinnen zwischen 1,5 und 2 Prozent: Während eine Erholung der Chipwerte den Aktien von Infineon half, trug ein Bericht des manager magazins über den bevorstehenden Umbau der Deutschen Bank zu den Kursgewinnen der Deutschen Bank Aktie bei.

Anleger warten auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, die am Mittwoch nach Börsenschluss in Deutschland (20 Uhr MESZ) verkündet wurde. In den vergangenen Tagen hatten die Notenbanken die Aktienmärkte angetrieben. Signale für eine weitere Lockerung der Geldpolitik von EZB-Präsident Mario Draghi hatten am Dienstag die Börse beflügelt und den anfangs schwächelnden Dax von 11.987 Punkten auf 12.331 Punkte nach oben katapultiert. Am Mittwoch Abend deutete die US-Notenbank Fed nun ihrerseits an, dass in der zweiten Jahreshälfte die Leitzinsen in den USA gesenkt werden könnten. Dieser Ausblick war erwartet worden, die US-Börsen schlossen kaum verändert.


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Wall Street: Dow Jones und Nasdaq kaum verändert

Bislang hatten die Währungshüter für dieses Jahr eine Pause signalisiert. Anleger spekulieren inzwischen aber auf bis zu drei Schritte nach unten. Die unabhängige Notenbank muss laut Experten bei der Umstellung auf eine lockerere Geldpolitik wegen der fordernden Zwischenrufe aus dem Weißen Haus allerdings auch darauf achten, dass dies nicht als Einknicken vor US-Präsident Donald Trump gewertet wird.

Die Aktien von Apple Börsen-Chart zeigen legten nach den deutlichen Vortagsgewinnen am Mittwoch vorbörslich um knapp ein halbes Prozent zu. Laut einem Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei" denkt der iPhone-Hersteller darüber nach, bis zu 30 Prozent der Produktion aus China auszulagern.

Einen Kursanstieg von 0,8 Prozent verzeichneten die Titel von Boeing Börsen-Chart zeigen nach dem starken Vortag. Der US-Flugzeugbauer steht angesichts mehrerer Bestellungen auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris im Fokus.

Infineon erholt sich

Für Erleichterung sorgten Signale von US-Präsident Donald Trump für eine mögliche Annäherung im Handelsstreit USA/China. Das half Chip-Werten, die die Exportbeschränkungen der US-Regierung für chinesische Technologieunternehmen besonders zu spüren bekommen. In Frankfurt kletterten Infineon Börsen-Chart zeigen um bis zu 3,1 Prozent. Siltronic machten nach der Gewinnwarnung am Dienstag wieder Boden gut und stiegen um knapp fünf Prozent. In Paris führte STMicro mit einem Plus von 3,3 Prozent die Gewinnerliste an.

Adidas erleidet Rückschlag im Markenschutz-Streit

Im Rampenlicht standen am deutschen Aktienmarkt auch Adidas Börsen-Chart zeigen . Der Sportartikel-Hersteller hat einen Rechtsstreit um eine seiner Drei-Streifen-Marke verloren. Das Gericht der Europäischen Union in Luxemburg erklärte die Marke in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil für nichtig, soweit es um drei parallele, in beliebiger Richtung auf Schuhen, Hemden oder Kappen angebrachte Streifen gehe. Adidas-Aktien gaben knapp zwei Prozent nach.

Euro kaum bewegt

Nach dem deutlichen Kursrutsch vom Vortag infolge von vermehrter Zinssenkungsfantasie im Euroraum hat sich der Euro am Mittwochmorgen stabil gehalten. Investoren warten auf Signale der US-Notenbank Fed in puncto einer möglichen geldpolitischen Lockerung in den USA. Der Euro kostete zuletzt 1,1190 US-Dollar und damit kaum weniger als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1187 Dollar festgesetzt.

Zum Vergleich: Am Dienstagmorgen hatte der Euro noch einen halben Cent mehr gekostet. Dann aber stellte EZB-Präsident Mario Draghi bei einer Notenbankkonferenz in Aussicht, dass eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik notwendig werde, sollten sich der Wirtschaftsausblick nicht verbessern und die Inflation im Euroraum nicht anziehen. Die Volkswirte der Commerzbank rechnen nun mit einer Zinssenkung schon im Juli.

Ölpreise halten hohes Niveau

Die Ölpreise sind nach der jüngsten Steigerung im Handel am Mittwochmorgen stabil geblieben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 62,23 US-Dollar. Das waren acht Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 16 Cent auf 54,06 Dollar.

Am Dienstag hatten die Ölpreise deutlich zugelegt. Hoffnungen auf geldpolitische Stützen durch die Europäische Zentralbank (EZB) sowie positive Signale im Handelsstreit zwischen den USA und China hatten für ein kräftiges Kursplus gesorgt.

mit Nachrichtenagenturen

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