Mittwoch, 23. Oktober 2019

Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auf 22 Millionen Millionären gehört die Hälfte des weltweiten Vermögens

Luxusyacht: Die meisten Millionäre leben in den USA
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Luxusyacht: Die meisten Millionäre leben in den USA

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer mehr auseinander. So ist die Zahl der Millionäre im vergangenen Jahr erneut gewachsen, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten "Global Wealth Report" der Beratungsfirma Boston Consulting (BCG) hervorgeht. Demzufolge gab es 2018 insgesamt 22,1 Millionen Millionäre auf der Welt, ein Plus von zwei Prozent.

Zwei Drittel dieser Millionäre leben in den USA. "Dahinter folgen mit den meisten Millionärshaushalten China (1,3 Millionen), Japan (1,1 Millionen) und die Schweiz (0,5 Millionen)", heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie. Mit 0,4 Millionen Reichen landeten Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und Deutschland auf Platz fünf.

Dabei besitzen die US-Amerikaner 74 Billionen Dollar und die Chinesen 18 Billionen Dollar. Das Finanzvermögen aller Deutschen ist der Studie zufolge 2018 um 1,9 Prozent auf 6,5 Billionen Euro gestiegen. Die Deutschen legten 41 Prozent ihres Finanzvermögens auf Sparkonten oder bar zurück, fast gleich viel hätten sie in Pensionskassen und Lebensversicherungen, nur 19 Prozent in Aktien.

Vermögen der Reichen wächst langsamer

Die 22,1 Millionen Millionäre - etwa drei Promille der Weltbevölkerung - besitzen laut BCG etwa die Hälfte des weltweiten Vermögens. Vor drei Jahren waren es nur 43 Prozent.

Das private Finanzvermögen in Bargeld, Aktien, Wertpapieren und Fonds sei 2018 um 1,6 Prozent auf gut 206 Billionen Euro gewachsen, teilte BCG weiter mit. Damit ist das Vermögen der Reichen allerdings langsamer gewachsen als noch im Vorjahr, als das Plus noch sieben Prozent betrug. Grund für den Dämpfer war zum einen die Talfahrt an den Aktienmärkten zum Ende des Jahres, die auch auf die Anlageportfolios durchschlug. Zudem wachse die Wirtschaft in Asien langsamer als zuletzt und die niedrigen Zinsen in Teilen Europas lasteten auf den Vermögen.


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Allerdings dürfte sich das Bild in den kommenden Jahren deutlich verändern. Für die kommenden fünf Jahre erwartet die Beratungsfirma, die Vermögensverwalter in 97 Ländern befragt hat, ein wieder anziehendes Wachstum. Bis 2023 werde das weltweite Vermögen um durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr zulegen - angetrieben von Asien, wo die Experten in den kommenden Jahren über eine Million neue Millionäre erwarten. Weltweit werde die Zahl der Millionäre dann auf 27,6 Millionen zulegen.

mg/dpa-afx, rtr

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