Dienstag, 16. Juli 2019

Powell-Aussagen treiben Cyberwährung weiter hoch Kryptogeld-Fieber - Bitcoin steigt Richtung 13.000 Dollar

Bitcoin: Die Kryptowährung klettert Richtung 13.000 US-Dollar. Der Hype um die Facebook-Währung Libra stützt den Bitcoin

Bitcoin nahe 13.000 US-Dollar: Die Kryptowährung Bitcoin setzt ihre Kursrally fort und vollzieht derzeit beinahe täglich einen Sprung von 1000 Dollar. Getrieben von den Facebook-Plänen, eine eigene Digitalwährung namens Libra zu etablieren, übersprang der Bitcoin, die älteste und bekannteste Digitalwährung, in der Nacht zum Mittwoch die Marke von 12.000 Dollar. Damit notiert Bitcoin auf dem höchsten Niveau seit 20 Monaten.

Am Mittwochmorgen wurden für einen Bitcoin 12.700 Dollar gezahlt. Dabei fachten Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell, man werde die Entwicklung des Libra genau im Auge behalten, die Kursrally noch an. Die Bedenken der Notenbanken werden derzeit eher als Indiz dafür gesehen, dass Kryptowährungen mittelfristig das Zeug haben, das Finanz- und Bezahlsystem grundlegend zu verändern.

"Investoren fiebern weiterhin 'Libra' entgegen und bleiben in Bezug auf eine erfolgreiche Lancierung der hauseigenen Kryptowährung Facebooks optimistisch, obwohl sich die Stimmen gegen die Pläne verschärft haben", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Führende Notenbanker fordern unterdessen eine stärkere Regulierung von Libra, Bitcoin & Co. Angesichts der Kursgewinne der ältesten und wichtigsten Cyber-Devise von mehr als 120 Prozent binnen sechs Wochen warnen Experten aber vor Kursrückschlägen.

Blockchain-Firmen: Riot und Marathon mit Kursrally

Anleger griffen auch zu Aktien von Firmen mit Bezug zu Bitcoin Börsen-Chart zeigen oder der zugrundeliegenden Blockchain-Technologie. An der Wall Street verteuerten sich die Papiere von Riot und Marathon um bis zu zwölf Prozent.

"Angesichts einer derart dynamischen Rückeroberung des fünfstelligen Preisniveaus, dürfte der Krypto-Taler nicht nur Spekulanten anlocken, sondern zusehends auch institutionelle Adressen auf den Plan rufen", schrieb Analyst Timo Emden. "Ein nicht unbedeutender Teil der Anleger hat schlichtweg Angst, etwas zu verpassen. Die Hausse nährt die Hausse."

Bitcoin und Libra: Geld ist leider dumm

Gesamtwert der Krypto-Währungen bei 350 Milliarden Dollar

Im Windschatten des Bitcoin-Höhenflugs legten auch andere Kryptowährungen wie Ether oder Bitcoin Cash weiter zu. Der Gesamtwert aller rund 2270 Kryptowährungen betrug zuletzt rund 350 Milliarden Dollar. Das ist zudem etwa dreimal so viel wie Mitte Dezember 2018, aber immer noch fast eine halbe Billion Dollar weniger als zu Spitzenzeiten Ende 2017. "Das Mainstream-Interesse an Kryptowährungen ist derzeit riesig", so Emden.

Die Situation erinnere ein wenig an den Sommer und Herbst 2017 als der Bitcoin eine Tausender-Marke nach der nächsten übersprungen hatte und innerhalb weniger Monate von 2000 bis auf 20 000 Dollar stieg.

Facebooks Libra treibt Käufer in den Markt

Der Bitcoin profitiert zusammen mit anderen Kryptowährungen vor allem vom zunehmenden Interesse großer Investoren und Unternehmen an Digitalwährungen. Zum einen gibt es immer wieder Meldungen, dass größere Investmenthäuser ihren Kunden den Handel mit Digitalwährungen ermöglichen wollen. Dazu gehört mit Fidelity einer der größten Vermögensverwalter der Welt.

Hinzu kommt das große Potenzial, das gegenwärtig in der der von Facebook geplanten Kryptowährung namens "Libra" gesehen wird. In dieser Woche hatte das soziale Netzwerk mit 2,3 Milliarden Nutzerkonten konkrete Pläne vorgestellt. Die Unterschiede zu bestehenden Kryptowährungen, insbesondere zum "Urgestein" Bitcoin, sind allerdings groß. Die Analysten der BayernLB etwa sind der Ansicht, dass Libra im Grunde keine neue Kryptowährung ist, sondern einem Zahlungssystem wie Paypal näher kommt.

Trotz teils erheblicher Unterschiede in den Konzepten profitieren auch bestehende Digitalwährungen von den Plänen Facebooks - seitdem stieg der Bitcoin-Kurs um rund ein Viertel. Seit dem Zwischentief im Dezember verteuerte sich der Bitcoin sogar um etwas mehr als 250 Prozent. Das Ende 2017 erreichte Rekordhoch von rund 20 000 Dollar liegt jedoch deutlich höher. Der heftige Absturz, der darauf folgte, war unter anderem auf Regulierungsbestreben vieler Länder zurückzuführen.

Von den Facebook-Plänen konnten bereits existierende Digitalwährungen zuletzt profitieren. Auch der Facebook-Aktienkurs erhielt zuletzt einen Schub. Laut Analyst Timo Emden zeigt sich der Bitcoin derzeit als grösster Nutzniesser des sich anbahnenden "Facebook -Coins". Zuletzt hatte das "Wall Street Journal" über ein Investment verschiedener Unternehmen wie Mastercard , Visa, Paypal und Uber in das Projekt unter dem Namen "Libra" berichtet.

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