Dienstag, 12. November 2019

Diebstahlserie von Straßenkunst in Paris Centre Pompidou meldet Banksy-Graffito als gestohlen

Ein weiterer gestohlener Banksy in Paris (links vor dem Diebstahl, rechts dieselbe Wand am Dienstag)

In Paris ist ein Werk des berühmten Streetart-Künstlers Banksy vor dem Parkhaus des Centre Pompidou gestohlen worden. Das Schablonengraffiti habe sich auf der Rückseite des Eingangschilds zu der Tiefgarage befunden, teilte die Kunst- und Kultureinrichtungen am Dienstag mit. Man habe wegen Diebstahls und Beschädigung Anzeige erstattet. Das Werk stellt eine Ratte mit einem Bleistift und einer verdeckten Schnauze dar. Die Diebe haben nach Angaben des Centre Pompidou das Werk aus dem hohen Metallkastenschild herausgeschnitten.

"Wir sind nicht die Besitzer des Werks", sagte ein Museumssprecher. Dennoch sei der Diebstahl der Polizei gemeldet worden.

Das Graffito war erstmals am 25. Juni 2018 aufgetaucht. Nur einen Tag später habe der Künstler es auf Instagram als sein Werk beansprucht, wie es weiter hieß. Das Werk war mit einem vom Centre Pompidou angebrachten Plexiglas geschützt. Es habe bereits im Juli 2018 einen Diebstahl- oder Beschädigungsversuch gegeben, der jedoch vom Sicherheitspersonal verhindert werden konnte.

Banksys Identität gibt bis heute Rätsel auf. Bekannt ist nur, dass er aus Bristol stammt und Ende der 90er Jahre nach London kam. Einen Namen machte er sich mit seinen gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motiven. Auf dem Kunstmarkt (inzwischen auch auf Immobilien) erzielen Banksy-Werke hohe Preise - was der Künstler wiederum mit kritischen Aktionen kommentiert.

Erst Anfang 2019 sorgte in Paris der Diebstahl eines Werkes für Schlagzeilen, das von dem britischen Streetart-Künstler gewesen sein soll. Es wurde mitsamt der Tür, auf der es angebracht war, aus der Pariser Konzerthalle Bataclan entfernt.

In dem Musikclub wurden im November 2015 bei einem islamistischen Terroranschlag 90 Menschen getötet. Damals erklärte die Club-Leitung, Banksy habe es als Symbol der Erinnerung an das schreckliche Ereignis dort hinterlassen. Das Schablonenbild zeigte eine traurig wirkende, nach unten blickende junge Frau mit schwarz-weißem Schleier.

ak/dpa/afp

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