Samstag, 21. September 2019

Adidas an der Börse Kaufen, wenn die Tore fallen 

Vergangenen Mittwoch in Brasilien: Chile erzielt das 2 zu 0 gegen Spanien
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Vergangenen Mittwoch in Brasilien: Chile erzielt das 2 zu 0 gegen Spanien

Für Adidas geht es an der Börse seit Monaten abwärts. Jetzt fällt bei der so wichtigen Fußball-WM mit Spanien auch noch einer der Hauptwerbeträger aus. Schlechte Nachrichten für Aktionäre also? Im Gegenteil.

Hamburg - Als die Mannschaft Chiles die Spanier am Mittwoch aus dem WM-Turnier warf, war das nicht nur ein Schlag für den spanischen Fußball und Millionen Fans auf der iberischen Halbinsel. Auch der Sportartikelhersteller Adidas Börsen-Chart zeigen wurde getroffen.

Für Adidas wie für Nike Börsen-Chart zeigen, Puma Börsen-Chart zeigen und andere Hersteller ist die Fußball-WM in Brasilien das Top-Ereignis in diesem Jahr. Die Firmen haben viel Geld in die Vorbereitung gesteckt und hoffen nun auf Milliardenumsätze mit WM-Artikeln wie den Mannschaftstrikots oder - im Falle des Dax-Konzerns aus Herzogenaurach - dem offiziellen Turnierball "Brazuca".

Alleine Adidas will mit der WM insgesamt rund zwei Milliarden Euro Umsatz machen. Das wären etwa 15 Prozent der gesamten Jahreserlöse - ein Experten zufolge recht ambitioniertes Ziel.

Dass ausgerechnet Mitfavorit Spanien als eines der ersten Teams nach Hause fahren muss, ist für Adidas daher besonders hart. Denn die Jerseys und die Sporthosen der "Furia Roja" ("rote Furie") zieren die berühmten drei Streifen - die Mannschaft wird von Adidas gesponsert. Ohnehin hatte Hauptkonkurrent Nike bei der diesjährigen WM in Sachen Team-Ausstattung von vornherein die Nase vorn. Seit Mittwoch hat sich der Rückstand von Adidas noch um ein Stück vergrößert.

Wachstumsziele kaum erreichbar

Der Rückschlag kommt auch aus Sicht der Aktionäre zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Das Adidas-Papier gehört in diesem Jahr bislang zu den Verlierern an der Börse. Während der Leitindex Dax Börsen-Chart zeigen nach vorne stürmt, liegt die Adidas-Aktie mit Krämpfen im eigenen Strafraum, könnte man sagen. Seit Jahresbeginn verlor das Papier mehr als 15 Prozent an Wert.

Der Hauptgrund dafür: Die Erwartungen der Börse an das Unternehmen wurden nicht erfüllt. Die Ziele, die die Konzernleitung vor einer Weile für das Jahr 2015 ausgegeben hatte, erscheinen schon heute nicht mehr erreichbar. 17 Milliarden Euro Umsatz wollte Adidas ursprünglich im kommenden Jahr machen. Eine Gewinnmarge von 11 Prozent war angestrebt. Analysten halten das schon heute für utopisch.

Tatsächlich entwickeln sich die Geschäftsergebnisse derzeit in eine andere Richtung. Belastet werden sie vor allem durch den starken Euro Börsen-Chart zeigen, der das Auslandsgeschäft erheblich beeinträchtigt.

Hinzu kommen weitere Faktoren. So gab es beispielsweise zu Jahresbeginn einen regelrechten Einbruch im Verkauf von Golf-Artikeln. Der Umsatz in dem Bereich, der am Gesamtumsatz immerhin einen Anteil von bis zu 10 Prozent hat, brach schlagartig um 30 Prozent ein.

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