Sonntag, 21. April 2019

Brasilien gegen Deutschland Der Cup der geplatzten Träume

9. Teil: Auch Eon kommt mit seinen Brasilien-Plänen in Verzug

Cash dringend benötigt: Eon-Kraftwerk nahe Fortaleza
Fortaleza liegt im Nordosten des Landes, der im Vergleich zum industrialisierten Südosten wirtschaftlich unterentwickelt ist, aber seit Jahren besonders starkes Wachstum verspricht. Hierzu braucht es elektrische Energie. Die in Brasilien dominierenden Wasserkraftwerke liegen weit entfernt und laufen zudem in Dürreperioden wie in den vergangenen Monaten immer am Rand des Blackouts.

Der deutsche Stromkonzern Eon Börsen-Chart zeigen hat sich mit seiner brasilianischen Beteiligung Eneva voll dem Bau thermischer Gas- und Kohlekraftwerke im armen Norden verschrieben. Einen bereits laufenden Steinkohleblock im Hafen Pecém nahe Fortaleza will Eneva nun aber verkaufen (wobei Eon selbst für 50 Prozent der Beteiligung garantiert), um dringend benötigtes Kapital zu gewinnen.

Der Netzanschluss des Gaskraftwerks Parnaíba - in einer noch ärmeren Gegend - verzögert sich nämlich weiter, und Eneva muss seit März Strommengen von anderen Erzeugern zukaufen, um die zugesicherten Lieferungen auch leisten zu können. Im Mai kündigte Eon an, sich mit bis zu 200 Millionen Euro an einer Kapitalerhöhung zu beteiligen. Es ist bereits die dritte in zwei Jahren einer glücklosen Milliardeninvestition.

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