Mittwoch, 23. Oktober 2019

Brasilien gegen Deutschland Der Cup der geplatzten Träume

5. Teil: Es sind doch nur drei Kilometer Fußweg zum Stadion ...

Während der WM im Testbetrieb: Straßenbahn in Cuiabá
Ähnlich nonchalant wie die Kollegen aus dem Dschungel gab sich die Bezirksregierung der Bundeshauptstadt Brasília. Dort sollte eine von Alstom gelieferte Straßenbahn das Mittel der Wahl sein, um den Flughafen mit der Innenstadt und dem frisch renovierten Nationalstadion zu verbinden. Auch hier schritt ein Gericht ein und verlangte, den Auftrag neu auszuschreiben, weil ein mit einem Metro-Manager verbundenes Konsortium bevorzugt worden sei.

Die Bahn wird gebaut, gehört aber nicht mehr zum WM-Plan. Dafür wurde die Flughafenzufahrt ausgebaut und im Mai eingeweiht - sogar zur Hälfte der geplanten Kosten und drei Wochen vor der Frist. Gäste kämen nun mit Bussen schnell ins Zentrum, erklärte die Behörde der Zeitung "A Pública" - zwar nicht direkt zum Stadion, aber da bliebe ja nur eine Distanz von drei Kilometern, "was den Zugang zu Fuß erleichtert und fördert".

Wegen Betrugs wurde der Straßenbahnbau auch in Cuiabá unterbrochen, die erste Strecke ist aber fertig und auch die Züge sind an einem der entlegensten Spielorte des Turniers eingetroffen. Während der WM aber werden sie noch im Testbetrieb laufen müssen. Ab 2015 sollen die Bewohner das moderne Verkehrsmittel nutzen können.

Deutsche Fans können eine ähnliche Baustelle vor dem Vorrundenspiel gegen Ghana in Fortaleza besichtigen. Zum Auftakt gegen Portugal in Salvador da Bahia dürfen sie eine nach jahrelangen Bauverzögerungen fertige, aber noch nicht in Betrieb genommene U-Bahn zu Sonderfahrten nutzen.

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