Dienstag, 22. Oktober 2019

Brasilien gegen Deutschland Der Cup der geplatzten Träume

11. Teil: Sicherheit der WM ist teuer, aber Airbus entgeht Milliardenauftrag

Martialischer Auftritt: Sondereinheit der Polizei in einer Favela von Rio de Janeiro

Das größte Versprechen zur Weltmeisterschaft hieß sozialer Frieden. Zumindest in den Metropolen Rio de Janeiro und São Paulo sind Gewalt und Kriminalität auch deutlich zurückgegangen, im internationalen Vergleich aber immer noch auf einem erschreckend hohen Niveau.

Gerade im Kampf mit den Drogenbanden hat die Polizei kräftig aufgerüstet und manche Kartelle auch zerschlagen, während zugleich die Städte mit sozialen Diensten versuchten, die Favelas als Nährboden der Banden zu befrieden. Doch immer wieder flammen Kämpfe auf, manche Bewohner der Armenviertel sehnen sich nach der Fürsorge der Kriminellen. Zu groß ist immer noch die Kluft zwischen Arm und Reich im Land, um wirklichen Frieden zu ermöglichen.

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus Börsen-Chart zeigen hatte sich auch von der WM lukrative Aufträge erhofft. Beim vorigen Turnier in Südafrika 2010 sorgten die Europäer mit für die Sicherheit der Veranstaltung. Doch diesmal kamen sie nicht zum Zug.

Ein Joint-Venture der Airbus-Rüstungssparte Cassidian mit dem brasilianischen Baukonzern Odebrecht wurde Anfang 2013 aufgelöst. Ein Sechs-Milliarden-Dollar-Vertrag zur Grenzsicherung ging an den heimischen Wettbewerber Embraer.

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung