Fotostrecke

Werbeverträge der DFB-Stars: Müller wirbt mit Müller für Müller

Foto: Andreas Gebert/ picture alliance / dpa

Private Werbeverträge Thomas Müller ist der DFB-Werbekönig

Rewe, Bifi, Müllermilch und mehr - sieben Werbeverträge machen Thomas Müller abseits des Platzes zum bestbezahlten deutschen Fußballer. Insgesamt würden Werbeverdienste überschätzt, schränkt Marketingexperte Peter Rohlmann ein. Dennoch bleibt den Werbe-Kickern ein hübsches Sümmchen.

Hamburg - Thomas Müller steht am Grill. Thomas Müller stibitzt Gerd Müller ein Milchgetränk. Thomas Müller rasiert sich. Thomas Müller präsentiert ein Würstchen. In Deutschland müllert es - überall.

Auch abseits von Fußballübertragungen ist der Nationalspieler aus München omnipräsent: Sieben private Werbeverträge machen Müller zum derzeit gefragtesten Werbebotschafter im deutschen Fußball. Das zeigt eine Studie von PR Marketing , die die Spieler der Nationalelf als Marketingbotschafter beleuchtet.

Finanziell kann nur Mannschaftskollege Mesut Özil in Müllers Werbegehaltsklasse vordringen: Müller verdiene etwas mehr als 4 Millionen Euro pro Jahr mit privaten Werbeverträgen, Özil etwas weniger, sagt Studienautor Peter Rohlmann.

Rohlmann ist seit 20 Jahren als Berater im Fußballgeschäft tätig. Seine Untersuchung fußt vor allem auf persönlichen Kontakten zu Fußballclubs, Verbänden, Sportartikelherstellern und anderen Insidern. Kommagenau ließen sich die Beträge kaum nachprüfen, sagt er, auch weil sie in der Öffentlichkeit oft überhöht dargestellt würden: "Es macht sich gut, wenn ich sagen kann, ich bekomme Millionen von Adidas - auch wenn das gar nicht so ist."

Zudem seien viele Prämien auch erfolgsabhängig. Insgesamt gelte im Werbebusiness aber: "Die Beträge werden total überschätzt." Nur Müller und Mesut Özil verdienten - abseits ihres Fußballergehalts und anteilig lohnender Team-Werbedeals - in der Größenordnung von 4 Millionen Euro. Die große Mehrheit der Nationalspieler, nämlich 14 Kicker, würden mit privaten Werbeverträgen dagegen weniger als 1 Million Euro einstreichen. Dazwischen: Fünf Spieler mit einem Verdienst von 1 bis 2 Millionen Euro und 2 Spieler mit 2 bis 3 Millionen Euro Mehrverdienst.

Torleute kommen nur schwer an lukrative Verträge

Wer wieviel bekomme, sei von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Gebucht werde vor allem, wer Tore schießt oder vorbereitet: "Es dreht sich vor allem um Stürmer und Offensivspieler - um die, die am ehesten mit Torszenen und Spielgestaltung in Verbindung gebracht werden", sagt Rohlmann.

Torleute und Verteidiger hätten es dagegen schwer. Selbst Deutschlands Kapitän Philipp Lahm habe seine Werbe-Deals eher seinem Bild als Persönlichkeit und Führungsspieler denn als Weltklasse-Verteidiger zu verdanken.

Ebenfalls hänge die Dotierung von den persönlichen Erfolgen der Spieler ab: Viele Einsätze im Nationaltrikot, Tore, Titel und Auszeichnungen machten Kicker für Unternehmen attraktiv, schreibt Rohlmann in seiner Studie. Im Konkurrenzkampf der großen Sportkonzerne komme zudem ein wichtiger Faktor hinzu: Unter Vertrag genommene Spieler dienten als Waffe im Kampf gegen die Konkurrenz. Das zahle sich auch für die Spieler selbst aus.

Götzes T-Shirt als Angriff auf Adidas

Konzerne wie Nike  und Adidas  rüsten ganze Mannschaften mit Trikots aus - wessen Schuhe Spieler tragen, entscheiden sie jedoch selbst. "Jeder Spieler, der mit Schuhwerk der Konkurrenz aufläuft, stört die eigene Marketingstrategie", sagt Rohlmann.

Die Sportriesen nutzten deshalb eine doppelte Strategie: Innerhalb der gesponserten Mannschaften sollten möglichst alle Spieler die Schuhe der Hausmarke tragen. Gleichzeitig versuche man, die eigene Marke bei Spielern von Konkurrentenmannschaften zu platzieren: "Dann zahle ich auch gern etwas mehr, weil ich weiß, dass die Konkurrenz sich extrem ärgert."

Bestes Beispiel für ein solches, direkt gegen die Konkurrenz gerichtetes Marketing sei Mario Götzes Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Bayern München: Götze hatte bei der Vertragsunterzeichnung beim Adidas-Club (Bayern München) ein Nike-T-Shirt (sein eigener Sponsor) getragen - und dafür eine fünfstellige Summe als Strafe zahlen müssen.

Das sei es aber wert gewesen, sagt Rohlmann: "Bei dem Auftritt, den Mario Götze bei seinem Wechsel hingelegt hat, bin ich mir sicher, dass er ein Mehrfaches der Strafe als Belohnung bekommen hat."

Fotostrecke

Von Neuer bis Klose: Mit welchen Autos Jogis Jungs durchstarten

Foto: Audi; DFB/Bongarts/Getty Images
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.