Ex-Porsche-Chef Wiedeking investiert in Pizza und Pasta

Wendelin Wiedeking hat die erste Filiale seiner neuen Restaurantkette eröffnet. Der Ex-Porsche-Chef investiert sein Geld auch in Schuhe. Einem möglichen Prozess sieht er gelassen entgegen.
Der Gastronomie nicht abgeneigt: Ex-Porsche-Chef Wiedeking

Der Gastronomie nicht abgeneigt: Ex-Porsche-Chef Wiedeking

Foto: REUTERS

Ludwigshafen - Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking macht jetzt in Pizza und Pasta: In Ludwigshafen öffnete nach Angaben eines Sprechers am Donnerstag die erste Filiale einer neuen Restaurantkette, die dem Manager gehört.

Weitere Filialen der Kette mit dem Namen "Tialini - una storia italiana" sollen demnach kommendes Jahr aufmachen. Wiedeking selbst war bei der Eröffnung in Ludwigshafen nicht vor Ort, wie der Sprecher sagte. manager magazin hatte bereits im November über Wiedekings Gastronomie-Pläne berichtet.

Wiedeking investiert seit seinem Ausscheiden bei Porsche 2009 in verschiedene Geschäftsfelder - unter anderem in Schuhe und Immobilien. Auch in der Gastronomie hat er schon erste Erfahrungen: in seiner westfälischen Heimat Beckum gehört ihm ein Lokal. Wegen seiner Porsche-Vergangenheit droht Wiedeking bald ein Strafprozess: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erhob vor kurzem Anklage gegen Wiedeking wegen Aktienkursmanipulation im Zusammenhang mit dem gescheiterten Übernahmeversuch des Autoriesen Volkswagen.

Wiedeking erwartet indes, dass ein möglicher Prozess gegen ihn glimpflich ausgeht. Dem "Focus" sagte der 60-Jährige: "Sollte es zu einem Verfahren kommen, so sehe ich dem ganz gelassen entgegen. Von den ursprünglich erhobenen Vorwürfen ist ja nicht mehr viel übrig geblieben. Und mit dem, was übrig geblieben ist, setzt sich die Staatsanwaltschaft in Widerspruch zu ihren beauftragten Sachverständigen."

Nach dem gescheiterten Übernahmeversuch bei Volkswagen  soll Wiedeking und auch Ex-Porsche-Finanzchef Holger Härter der Prozess wegen Aktienkursmanipulation gemacht werden. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte kürzlich Anklage erhoben und wirft den früheren Top-Managern vor, während des Übernahmeversuchs von Porsche bei Volkswagen 2008/09 Anleger und Finanzwelt getäuscht zu haben. Wiedeking und Härter hatten die Vorwürfe bereits über ihre Anwälte in einer gemeinsamen Stellungnahme als haltlos zurückgewiesen.

rei/dpa/dpa-afx