Sanierung beendet Moskauer Bolschoi Theater öffnet seinen Vorhang

Ende einer Renovierung der Superlative: Im legendären Moskauer Bolschoi Theater hebt sich heute nach sechsjähriger Totalsanierung wieder der Vorhang. Auf der Bühne sollen Opernstars wie Plácido Domingo die überwiegend prominenten Gäste verzaubern.
Bolschoi Theater in Moskau: Der Umbau hat sechs Jahre gedauert und offiziell eine halbe Million Euro gekostet - inoffiziell noch mehr

Bolschoi Theater in Moskau: Der Umbau hat sechs Jahre gedauert und offiziell eine halbe Million Euro gekostet - inoffiziell noch mehr

Foto: Alexander Zemlianichenko/ AP

Moskau - Zur Neueröffnung des Bolschoi-Theaters wird neben zahlreichen Ehrengästen auch der russische Präsident Dmitri Medwedew erwartet. Opernstars wie Plácido Domingo und Angela Gheorghiu übergeben das im Stil der Zarenzeiten erneuerte Haus von 1856 der Öffentlichkeit. Auf dem Programm der Wiedereröffnungsfeier stehen unter anderem Werke von Sergej Prokofjew und Peter Tschaikowsky.

"Der genaue Ablauf der Gala ist geheim, es soll eine Überraschung werden", sagte Regisseur Dmitri Tschernjakow. Begehrt waren bis zuletzt Eintrittskarten für die Eröffnung. Sie waren nicht in den Handel gelangt, sondern ausschließlich von den Veranstaltern an Prominente verschenkt worden. Im russischen Internet wurden trotzdem Tickets - echt oder gefälscht - zu umgerechnet 50.000 Euro angeboten. "Diese Schwarzmarktpreise, für die man schon eine Wohnung kaufen kann, sind eine Schande", kritisierte die Zeitung "Iswestija".

Weil die Statik des Gebäudes am Moskauer Theaterplatz "wackliger als in Venedig" gewesen sein soll, hatte die Leitung das Haus 2005 geschlossen. Die Modernisierung kostete nach offiziellen Angaben 500 Millionen Euro, hinter vorgehaltener Hand ist von mehr als einer Milliarde Euro die Rede. An der Renovierung dieser Ikone der Bühnenkunst waren auch deutsche Ingenieure beteiligt.

Die Neueröffnung des Bolschoi ("Großen") Theaters, das als einer der prunkvollsten Musentempel der Welt gilt, hatte sich wegen vieler Skandale verzögert. Um die Sanierung des einsturzgefährdeten Gebäudes mit seiner bekannten Säulenfassade und den 1700 Plätzen voranzutreiben, hatte Medwedew sogar einen Krisenstab eingerichtet.

Das oft als "Allerheiligste der russischen Musik" bezeichnete Theater gilt als Wiege des klassischen Balletts im Riesenreich. Auch Tschaikowskys "Schwanensee" (1877) wurde hier uraufgeführt.

mg/dpa
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