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Fotostrecke: Lena lacht, Ina singt, der Graf dankt

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Echo 2011 Newcomer und Veteranen

Beim größten deutschen Treffen der Popbranche gewann Lena den Echo als beste Newcomerin - das war vorherzusehen. Die Überraschung des Abends war: Take That. Die Brit-Band stürmte vereint mit Robbie Williams die Bühne in Berlin, doch der Frauenschwarm enttäuschte seine Fans.

Berlin - Blitzlichtgewitter unterm Funkturm in Berlin: Bei der Echo-Gala trafen sich am Donnerstagabend die Stars der Popmusik zu ihrem jährlichen Preismarathon. Grand-Prix-Siegerin Lena wurde zur erfolgreichsten nationalen Newcomerin und zur besten nationalen Künstlerin Rock/Pop gekürt. Doch trotz aller Vorhersehbarkeit hatte Lena, die vor einem Jahr noch unbekannt war, offenbar keine Dankesrede einstudiert. Die insgesamt fünfmal Nominierte drückte die Trophäe an sich und stammelte: "Ich hab' so Herzklopfen und meine Hände zittern." Der Echo sei "so was tierisch Großes", sagte die 19-Jährige im schwarzen Kleid.

Bereits mehr als eine Stunde vor Beginn der Show zogen die Künstler im Minutentakt über den lila Teppich in die Messehallen. Die Fans wurden nicht enttäuscht. Gleich zu Beginn gab es die erste Überraschung: Als beste internationale Rock-Popgruppe stürmte Take That mit Robbie Williams die Bühne. Dabei gab sich Williams merklich abwesend. Noch am Eingang hatte er vor kreischenden Fans bekannt, er freue sich an diesem Abend am meisten darauf, nach Hause zu kommen. "Zu Hause bleiben ist das neue Ausgehen", befand der Frauenschwarm.

Auch die Band Unheilig wurde ausgezeichnet und gewann den Echo in der Kategorie Gruppe Rock/Alternative national sowie den Preis für das beste Album ("Große Freiheit"). In der internationalen Newcomer-Kategorie machte das britische Synthie-Popduo Hurts das Rennen, das sich unter anderem mit "Prost" bedankte. Hit des Jahres wurde 14 Jahre nach dem Tod des hawaiianischen Sängers Israel "Iz" Kamakawiwo'ole dessen Song "Over the Rainbow". Die Familie des Musikers bedankte sich per Videobotschaft. Als beste Künstlerin international Rock/Pop konnte sich die schottische Sängerin Amy Macdonald über einen Echo freuen. "Danke schön, toll", sagte sie auf Deutsch. In der Kategorie bester Live Act ging der Preis an Ich + Ich, also Annette Humpe und Adel Tawil. Sie hatten bereits als beste Gruppe national Rock/Pop gewonnen. Die 60-jährige Sängerin und Produzentin Humpe, die in den 80ern mit der Band Ideal bekannt wurde, wurde zudem für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

"Wichtiger Preise für die Musikbranche"

In der Kategorie Volkstümliche Musik ging der Echo an die Amigos. Auch das konnte man als Überraschung einordnen. In den Vorjahren hatten regelmäßig die Kastelruther Spatzen die Trophäe mit nach Hause genommen - insgesamt 13-mal. Erfolgreichste Schlagersängerin wurde Andrea Berg, die ihren sechsten Echo bekam. "Ich hab euch verdammt lieb", sagte sie an ihr Team gerichtet.

Live auf der Bühne in der Messe Berlin standen Herbert Grönemeyer, Lena mit ihrem Grand-Prix-Titel "Taken By a Stranger", Joy Denalane mit Max Herre, Marteria und Klaus Doldinger, Hurts und Bruno Mars. Grönemeyer, der seine neue Single "Schiffsverkehr" sang, zeigte sich überzeugt vom 20-jährigen Echo. Es sei weiter ein sehr wichtiger Preis der Musikbranche. Zugleich bedauerte er, dass immer weniger Jugendliche in die Plattenläden gingen.

Moderatorin Ina Müller hatte die Show mit einem Medley eröffnet, bei dem ihr singende Kollegen zur Seite standen - von Peter Maffay über Anna Loos. Müller war selbst in der Kategorie Künstlerin national Rock/Pop als eine Konkurrentin von Lena und Nena für einen Echo nominiert. Anna Loos, die Frontfrau der ebenfalls nominierten Rockband Silly, zeigte sich ebenso aufgeregt wie unprätentiös: "Cool, dass wir hier für einen Echo nominiert sind. Das reicht uns schon, über den Gewinn denken wir gar nicht so nach."

lgr/dapd/dpa