Donnerstag, 20. Juni 2019

Ausstellung Lagerfeld sieht mehr

Karl Lagerfeld: 300 Fotos in Paris
AFP

Modeschöpfer Karl Lagerfeld hat durch die Fotografie in den vergangenen zwanzig Jahren nach eigenen Angaben einen anderen Blick bekommen. Das Europäische Haus der Fotografie in Paris widmet Lagerfeld bis Ende Oktober eine Schau mit rund 300 Bildern.

Paris - "Ich sehe mehr", sagte der aus Deutschland stammende Couturier der Nachrichtenagentur AFP zur Eröffnung seiner bislang größten Fotoausstellung am Mittwoch in Paris. "Vorher hatte ich die Nase im Kleidungsstück."

Zu sehen sind unter anderem Häuserfassaden in New York, Aufnahmen der italienischen Insel Capri und ein Porträt von Hollywoodstar Jack Nicholson - aber kaum Modefotos. Lagerfeld sei "überhaupt kein Modefotograf", sagte die Fotorestauratorin der Stadt Paris, Anne Cartier-Bresson. "Er ist ein echter Fotoschöpfer."

Lagerfeld hatte 1987 angefangen zu fotografieren. Damals war er als Designer bei Chanel mit dem Fotodirektor des Traditionshauses aneinandergeraten, der ihm schließlich genervt empfahl: "Wenn Sie so schwierig sind, dann machen Sie's doch selbst!" Was der Modemacher sich nicht zweimal sagen ließ.

Heute betreibt Lagerfeld mit sechs Mitarbeitern ein Fotostudio in Paris und geht selten ohne Kamera aus dem Haus - in jüngster Zeit fotografierte Lagerfeld unter anderem die hochschwangere Claudia Schiffer für das Titelblatt der deutschen "Vogue".

la/afp

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