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Aston Martin DB5: Lizenz zur Verfolgungsjagd

Foto: shooterz.biz / 2010 Courtesy of RM Auctions

Aston Martin DB5 James-Bond-Dienstwagen wird versteigert

Maschinengewehre hinter den Blinkern, rotierende Nummernschilder, ein ausfahrbarer Kugelfang - der Aston Martin DB5 aus dem James-Bond-Film "Goldfinger" war eine rasende Festung. Jetzt wird das Auto versteigert - für voraussichtlich mehr als fünf Millionen Dollar.

Britisch bescheiden klingt das erstmal nicht. "Das berühmteste Auto der Welt wird versteigert", tönt die Firma RM Auctions, die gemeinsam mit dem Auktionshaus Sotheby's am 27. Oktober in London eine Ikone der Filmgeschichte versteigern will. Zum Aufruf kommt der Aston Martin DB5, der weltweite Berühmtheit erlangte als Filmauto von Sean Connery alias James Bond im Film "Goldfinger" von 1964. Damals war das Auto nicht nur der aktuelle Sportwagen des britischen Herstellers, sondern der Filmausstattungsspezialist John Stears bestückte das silberfarbene Coupé auch mit etlichen Agenten-Extras.

Unter den vorderen Blinkern beispielsweise waren Maschinengewehre verborgen, in den Radnaben steckten ausfahrbare Klingen, es gab ausfahrbare Rammstangen an Front und Heck, hinten dazu einen vor der Rückscheibe ausfahrbaren Kugelfang. Zudem konnte ein Ölsprayer am Heck aktiviert werden, ein Nebelwerfer und es gab hinter den Rücklichtern verborgene Rohre, aus denen sich sternförmige Nägel auf die Fahrbahn schleudern ließen. Ein Schleudersitz, eine Radaranlage und automatisch wechselnde Nummernschilder komplettierten die Agenten-Spezialausstattung.

Bei den Dreharbeiten für das 007-Abenteuer "Goldfinger" wurden zwei DB5-Modelle eingesetzt; später wurden zwei weitere Autos für die Reklametour gebaut. Eines davon wurde vor vier Jahren in den USA für rund zwei Millionen Dollar versteigert, das andere steht in einem Museum in Holland. Von den beiden Original-Filmautos wurde eines im Sommer 1997 in Florida gestohlen und ist seither verschollen.

Das Auto ist fahrbereit - nur die Waffen an Bord sind Attrappen

Der demnächst zur Auktion stehende Wagen, der zwar noch über alle Umbauten verfügt, dessen Maschinengewehre aber natürlich Attrappen sind, verblieb zunächst im Besitz von Aston Martin. 1969 konnte der amerikanische Radiosprecher Jerry Lee das Unternehmen überreden, ihm die Auto-Ikone für 12.000 Dollar zu verkaufen. Seither stand der Wagen vornehmlich im Haus von Mister Lee - nur sehr selten zeigte er den DB5 öffentlich.

Nun aber hat sich Jerry Lee entschlossen, den Klassiker zu Geld zu machen - der Erlös ist für die von ihm gegründete "The Jerry Lee Foundation" bestimmt, eine Stiftung, die sich um Armutsbekämpfung und Kriminalitätsprävention kümmert. Experten von RM Auctions erwarten, dass der Zuschlag für den Wagen erst jenseits einer Summe von fünf Millionen Dollar fallen wird.

Für den bevorstehenden Verkauf wurde das Auto jetzt, wie es heißt, behutsam restauriert und wieder in Schuss gebracht. Der Aston Martin DB5 ist nämlich durchaus ein heißes Eisen. Unter der Haube steckt ein Vier-Liter-Reihensechszylindermotor, der in der Standardversion 286 PS leistet und das Auto bis zu 232 km/h schnell macht. Später baute Aston Martin auch noch eine leistungsgesteigerte Vantage-Variante mit 318 PS. Insgesamt wurden gut tausend Exemplare des DB5 gefertigt. Gut erhaltene Exemplare des eleganten Sportwagens werden derzeit für knapp 200.000 Euro gehandelt.

Bevor der ehemalige 007-Dienstwagen nach der Auktion womöglich wieder von der Bildfläche verschwindet, ist das Auto Ende Juni bei der Klassiker-Veranstaltung Midsummer Classic Thunderball Concours im feinen Stoke Park Club nahe London zu sehen. Dort, im Stoke Park Club, fand damals im Film übrigens auch das erste Aufeinandertreffen von 007 (Sean Connery) und Superschurke Goldfinger (Gert Fröbe) statt.

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