Loveparade Bikini-Rave im Regen

Die Loveparade hat ihre Heimat gefunden. So viele Technofans wie nie zuvor haben das Musikfestival auf der gesperrten Bundesstraße 1 in der Dortmunder Innenstadt besucht. Für manche von ihnen herrschte trotz Sturzgüssen Bikiniwetter.

Dortmund - Die zweite Loveparade im Ruhrgebiet hat am Wochenende alle Rekorde geschlagen: Mit rund 1,6 Millionen Besuchern übertraf sie in Dortmund nicht nur die 1,2 Millionen vom vergangenen Jahr in Essen, sondern auch die bislang höchste Zahl von 1,5 Millionen Teilnehmern 1999 in Berlin.

Unter dem Motto "Highway to Love" feierten die Fans auf dem eigens für die Loveparade gesperrten rund zwei Kilometer langen Teilstück der Bundesstraße 1 und Umgebung. Nennenswerte Zwischenfälle gab es nicht. Trotz insgesamt 1373 Hilfeleistungen waren selbst die Rettungskräfte hoch zufrieden: Letztes Jahr waren es noch rund 4000.

Der ausgelassenen Stimmung zu ohrenbetäubenden Technobeats konnten am Samstag auch ein zwischenzeitlicher kräftiger Regenschauer nichts anhaben. Ingesamt waren 37 Festwagen, sogenannte Floats, unterwegs. Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer lobte: "Die Dortmunderinnen und Dortmunder haben sich als großartige Gastgeber gezeigt."

Erleichtert zog am Sonntag auch Kai Vogelmann als Sprecher der rund 1500 eingesetzten Helfer, Sanitäter und Ärzte Bilanz: "Wir hatten zwar sehr viel zu tun, aber es gab noch nie so wenig Verletzte wie diesmal." Große Massenschlägereien seien ganz ausgeblieben, und im Gegensatz zu vorherigen Loveparaden hätten auch nur 82 Personen Glasbruchverletzungen erlitten. Das strikte Glasverbot vom Samstag habe sich bewährt und sollte Vorbild für alle übrigen Veranstaltungen dieser Art sein, sagte Vogelmann.

Raver verursachen Bahnsperrung

Raver verursachen Bahnsperrung

Es war erlassen worden, nachdem sich in essen voriges Jahr noch viele Tänzer an Glasscherben verletzt hatten. Auch die diesmal insgesamt 597 wegen Alkohol oder Drogen behandelten Patienten seien angesichts der 1,6 Millionen Teilnehmer eine vergleichsweise geringe Zahl.

Einiges zu tun hatte indes die Bundespolizei. Bei einem Halt auf freier Strecke waren mehrere Hundert Raver kurz vor dem Dortmunder Hauptbahnhof aus einem Zug ausgestiegen und hatten damit eine längere Sperrung der Bahnstrecke von Hamm nach Dortmund ausgelöst. Auch der Bahnhof selber musste zwischenzeitlich gesperrt werden, weil Personen die Gleise überquert hatten. "Der Zugverkehr hat sich zeitweise bis Bielefeld gestaut", sagte Bundespolizeisprecher Jürgen Karlisch am Samstag.

Die große Abschlussveranstaltung vor der Westfalenhalle zog sich bis nach Mitternacht hin. Unter den 250 DJs waren internationale Stars der Technoszene wie Paul van Dyk, Westbam und Moby.

manager-magazin.de mit Material von ap

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