Exhumierung Zeitkapsel-Auto nach 50 Jahren geborgen

Schaulustige aus aller Welt bestaunten in Oklahoma die Bergung eines Plymouth Belvedere, der 50 Jahre lang in einer Zeitkapsel gefangen war. Doch die Sitze waren vergammelt, der Motor glich einem dicken Rostbrocken. Nur einige Accessoires sind erhalten geblieben.

Hamburg/Tulsa - Es war eine Exhumierung der besonderen Art in Tulsa, der zweitgrößten Stadt von Oklahoma: Arbeiter hievten ein vor 50 Jahren vergrabenes Plymouth Belvedere Sportcoupé ans Tageslicht.

Doch wer auf die Bergung eines gut erhaltenen Oldtimers gehofft hatte, wurde enttäuscht: In die unterirdische Zeitkapsel war Wasser eingedrungen - es stand über einen Meter hoch. "Als wir das sahen, waren wir am Boden zerstört", sagte Sharon King Davis, eine der Organisatorinnen der Feier anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Bundesstaates Oklahoma.

Der Wagen war mit Schlamm bedeckt und völlig verrostet. Die Sitze waren verfault, die Reifen platt. Trotzdem wurde er auf einer Parade durch Tulsa gefahren.

Die Stadtväter hatten das damals topmoderne Gefährt am 15. Juni 1957 anlässlich des 50. Staatsjubiläums von Oklahoma als Zeitkapsel im Vorgarten des Gerichtsgebäudes vergraben. Für die Exhumierung waren Schaulustige aus aller Welt angereist, und Reporter aus New York und Neuseeland berichteten von der Bergung des mumifizierten Gefährts.

Gut erhalten waren immerhin die Inhalte einer versiegelten Kapsel, die sich in dem Wagen fand: eine US-Flagge mit 48 Sternen, zahlreiche Briefe von Stadtbeamten aus dem Jahr 1957 und der Hinweis auf ein Sparkonto mit damals 100 Dollar.

Ebenfalls exhumiert wurden eine Büchse Bier, Motorenöl und verbleites Ersatzbenzin - das wird der betagte Plymouth allerdings nicht mehr brauchen.

manager-magazin.de mit Material von SPIEGEL ONLINE

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