Boot 2007 Unter Segeln

Das Eldorado für Wassersportler liegt in diesen Tagen wieder am Rhein. Auf der Wassersportmesse "Boot" ist alles zu sehen, was das Herz eines Wassersportlers begehrt - von langen Luxusyachten bis hin zu Surfbrettern und Angelrouten. Die Veranstalter versprechen eine Show der Superlative.

Düsseldorf - So stürmisch war die Vorbereitung für die Wassersportschau "Boot" noch nie. Nicht nur, dass just vor der Messeeröffnung am Samstag der stärkste Orkan seit Jahren auf Deutschland traf, schon vorher brachte stürmisches Wetter den Zeitplan für den Messeaufbau durcheinander. Eine prächtige Motoryacht wurde beispielsweise bei einem Unwetter in der französischen Biskaya beschädigt und traf deshalb verspätet in Düsseldorf ein. Inzwischen sind aber die etwa 40 Yachten, die auf eigenem Kiel zum Düsseldorfer Messegelände schipperten, wohl behalten eingetroffen.

Auf die Besucher wartet eine Schau der Superlative und Rekorde: Die 38. Auflage der Messe präsentiert sich mit einer Nettofläche von 106.000 Quadratmetern so groß wie nie zuvor. Auch sind mit 55 Nationen so viele wie nie zuvor vertreten.

Eines der Highlights der "Boot 2007" (vom 20. bis 28. Januar) wird sicherlich am ersten Tag die Enthüllung des neuen Yachtdesigns der deutsche America's Cup-Yacht des United Internet Team sein. Aber auch Fans von Luxusyachten dürften auf ihre Kosten kommen. Rund 70 Yachten zwischen 15 und 30 Metern Länge sollen in Düsseldorf zu sehen sein und mit ihrer luxuriösen Ausstattung Lust auf Wassersport machen.

Die beiden größten Schiffe der diesjährigen "Boot" kommen beispielsweise von der Bremer Yachtagentur Drettmann. Das Motorboot "Elegance 90 Mega" ist mit ihren mehr als 27 Metern die längste Yacht. Doch mit 90 Tonnen ist sie im Vergleich zur "Bandido 90" ein Leichtgewicht. Mit ihrem Stahlrumpf und ihren Aufbauten kommt die "Bandido 90" auf 160 Tonnen. Noch schwerer wiegt ihr Preis: 5,5 Millionen Euro koste sie und sei eines der teuersten Boote der diesjährigen "Boot", sagt der Messe-Projektleiter Abdul-Rahman Adib.

Zu sehen ist auch die von Valicelli entworfene 15,90 Meter lange "Comet 52 Raised Salon" aus Italien, die über mehrere Kabinen im Innenraum, ein Bad mit separater Dusche, eine großzügige Pantry und eine ausfahrbare Badeplattform verfügt.

Aber auch Bootstypen für den kleineren Geldbeutel sind zu sehen sowie ein umfangreiches Angebot an Bootsausrüstungen, Bootselektronik, Motoren, technischem Zubehör, hochwertiger Funktionsbekleidung und Marina-Ausrüstungen. Tauchsportfans können sich über attraktive Tauchreviere und Tauchbasen rund um den Erdball neueste Technik, Tauchsportbekleidung und Neuheiten aus der Unterwasserfotografie informieren.

Branche wieder im Aufwind

Branche wieder im Aufwind

Alle großen Bootsbaunationen sind vertreten, von Frankreich, Italien, Großbritannien, Spanien, den Niederlanden und den Ländern Nordeuropas bis zu den USA und den Golfstaaten. Rund 1650 Aussteller stellen insgesamt ihre maritime Produkte und Dienstleistungen bei der neuntägigen Messe zur Schau. Darunter befinden sich 400 Werften. Das Angebot ist nach Messeangaben mit rund 2000 Bootstypen lückenlos.

Das passt zur Stimmung der Branche, denn die ist nach einer konjunkturellen Flaute derzeit wieder gut. Die Zeichen stehen auf Wachstum. So stieg im vergangenen Jahr der Umsatz mit maritimen Produkten und Dienstleistungen in der Bundesrepublik nach Angaben des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft um 4,3 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro. Und auch für dieses Jahr rechnet die Branche mit guten Geschäften.

Auf einer Welle des Erfolgs schwimmen insbesondere die deutschen Bootswerften. Die führenden Hersteller hätten ihre Marktposition in Europa weiter ausgebaut, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft Jürgen Tracht.

So steigerte Deutschlands größte Serienbootwerft Bavaria Yachtbau im Geschäftsjahr 2005/2006 ihren Umsatz den Angaben zufolge um 20 Prozent auf 270 Millionen Euro. 2.900 Segelyachten und 700 Motorboote verließen die Produktionsstraßen des Unternehmens.

Deutschlands zweitgrößter Hersteller HanseYachts erhöhte Tracht zufolge die Produktion sogar um 45 Prozent auf 1.000 Yachten. Der Exportanteil der deutschen Hersteller liegt bei über 85 Prozent.

Europaweit stieg der Gesamtumsatz mit maritimen Gütern und Dienstleistungen 2006 sogar um fünf Prozent auf 24,3 Milliarden Euro. Davon entfielen allein rund 8 Milliarden Euro auf den Verkauf neuer Boote und Yachten.

Boomendes Geschäft mit Megayachten

Nicht enthalten in diesen Zahlen ist dabei der nach wie vor boomende Markt der Megayachten, die pro Stück mehrere hundert Millionen Euro kosten können - und deren Herstellung zu den Spezialitäten deutscher Werften gehört.

Gefragt sind wie eh und je vor allem aber Yachten der mittleren Größe mit etwa elf Meter Länge. Sie sind einerseits auch durch eine kleine Familiencrew noch sicher handhabbar, bieten andererseits aber auch genügend Raum für einen komfortablen Bootsurlaub.

Immer wichtiger wird dabei Tracht zufolge eine einfache Bedienung der Boote - etwa durch Rollvorrichtungen für das Großegel oder ausgeklügelte Leinen-Reffsystem. Schließlich verbringe der durchschnittliche Hobbyschiffer nicht mehr als 20 bis 25 Tage im Jahr auf dem Boot.

manager-magazin.de mit Material von ap und dpa

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