Fifa Fußball-WM Neue Chance für Ticketjäger

Einmal die deutsche Mannschaft jubeln sehen? Vielleicht gelingt das auch bei der Fifa Fußball-Weltmeisterschaft. Wer eines der begehrten Tickets erstehen will, kann sein Glück nun über ein extra eingerichtetes Internetportal versuchen, auf dem Karten zurückgegeben und verkauft werden können.

Frankfurt am Main - Viel Geld bezahlt, und dann sagt der Freund, die Freundin oder wer auch immer mit einem Ticket für die Fifa Fußball-WM bedacht werden sollte ab. Wohin also nun mit der begehrten Eintrittskarte? Der Verkauf an den nächsten Höchstbietenden bei der Auktionsplattform Ebay ist so gut wie verboten. Bereicherung ist der Fifa ein Dorn im Auge.

Nun bietet das Organisationskomitee (OK) einen ganz legalen Weg - auf Drängen von Verbraucherschützern. Fußball-Fans aus aller Welt können seit Montagmittag auf dem Ticket-Portal www.fifaworldcup.com  versuchen, eine Karte zu erstehen. Bereits erworbene Eintrittskarten können hier auf andere Personen übertragen oder zurückgegeben und zum Weiterverkauf angeboten werden.

Nach Mitteilung des OK wird das Portal innerhalb von zwei Zeitfenstern aktiviert sein: Vom 27. März bis zum 9. April sowie vom 1. Mai an bis zwei Tage vor dem jeweiligen Spiel. Die WM beginnt am 9. Juni, das Finale findet am 9. Juli statt.

Karte gegen Gebühr

Ein Ticketinhaber kann seine Eintrittskarte ohne Angabe von Gründen zum Wiederverkauf durch das OK kostenfrei zurückgeben. Er erhält den gezahlten Preis komplett zurückerstattet. Dem neuen Käufer werden die frei gewordenen Tickets zu einem Preis angeboten, der 15 Prozent, jedoch höchstens 15 Euro über dem derzeitigen Ticket-Nennwert liegt. Eine Gebühr von zehn Euro wird für die Übertragung der Tickets auf Familienangehörige fällig.

Die Übertragung der Karten an andere Personen muss dem OK gegenüber erklärt werden; sieben Gründe für einen Karten-Transfer werden anerkannt: Übertragung innerhalb der Familie oder rechtlich anerkannter Lebensgemeinschaften, Krankheit des Bestellers, kein Visum für Besteller, Ausreiseverbot für Besteller, höhere Gewalt (politische Unruhen, Epidemien, Naturkatastrophen), Todesfall und nicht näher definierte sonstige Härtefälle.

Die zusätzlichen Kosten des Ticketportals bezifferte das OK auf rund 700.000 Euro. Das Portal bedeute für interessierte Fans eine zusätzliche Chance, eine Karte zu erhalten und sei im Prinzip ein zusätzlicher Vertriebskanal. Daher habe man die Kosten beim Käufer veranschlagt, was auch in Übereinstimmung mit den Verbraucherschützern geschehen sei, sagte OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt.

dpa, ap

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