Olympia Silber für Florschütz und Wustlich

Torsten Florschütz und Florian Wustlich haben Deutschland die zweite Silbermedaille bei den 20. Winterspielen in Turin beschert. Mit einem fulminanten zweiten Lauf gelang den Rodel-Doppelsitzern der Sprung aufs Podest. Nur ein österreichisches Brüderpaar war schneller.

Cesena - In 1:34,497 Minuten ging Gold an Andreas und Wolfgang Linger. Doppelsitzer-Gold für Österreich hatte es bisher nur vor 42 Jahren in Innsbruck durch Josef Feistmantl und Manfred Stengl gegeben. Florschütz/Wustlich mussten sich mit einem Rückstand von 0,310 Sekunden mit Silber begnügen. Dritter wurden die Italiener Gerhard Plankensteiner und Oswald Haselrieder, die 0,433 Sekunden zurücklagen.

Das Duo aus Thüringen und Sachsen Florschütz/Wustlich war bei Olympia für die Doppelsitzer- Favoriten Patric Leitner/Alexander Resch in die Bresche gesprungen.

Die Doppelsitzer aus Friedrichroda und Oberwiesenthal überflügelten Leitner/Resch, die vier Jahre nach ihrem Olympia-Gold in Salt Lake City nur den enttäuschenden sechstes Platz erreichten.

"Das ist alles unbeschreiblich, schöner als die beiden WM-Titel. Denn in vier Jahren fahre ich bestimmt nicht mehr. Im ersten Lauf ist vieles daneben gegangen, aber jetzt sind wir überglücklich", jubelte der 29-jährige Florschütz, der mit seinem gleichaltrigen Partner trotz einer mäßigen Fahrt schon im ersten Lauf mit Zwischenrang drei Kurs auf eine Medaille genommen hatte. Für seinen Untermann Wustlich war Silber einfach "affengeil, denn das gibt's ja nur alle vier Jahre".

"Das ist sensationell, dass es mit der Medaille noch geklappt hat", freute sich Bundestrainer Thomas Schwab mit den zweifachen Weltmeistern, die Olympia vor vier Jahren verpasst hatten und auch in dieser Saison nur schwer in Schwung gekommen waren. Immerhin gewann das Duo die beiden letzten Weltcuprennen.

"Das war ein Kracherlrennen"

Ganz schlecht lief es dagegen für Leitner/Resch, die sich nach zwei völlig verpatzten Läufen in den Arm nahmen und gegenseitig trösteten: Der "Bayern-Express", der den Winter mit dem Gewinn des Gesamt-Weltcups sowie des EM-Titels dominiert hatte, kam wie schon im Training nicht in Fahrt. Der Berchtesgadener Leitner klagte über das zu kalte Eis.

"Unter diesen Verhältnissen hatten wir keine Chance. Wir haben Pech gehabt mit dem Reif in der Bahn. Auf Grund der Wetterbedingungen haben wir ins Gras gebissen." Zudem vergab der Steuermann im ersten Durchgang wertvolle Zeit, als er bei rasender Fahrt mit den Füßen das Eis touchierte. Resch sagte: "Das war ein Kracherlrennen. Da haben wir ja bei der Vereinsmeisterschaft ein besseres Eis."

Derweil versöhnten sich die Linger-Brüder mit ihrem überraschenden Olympiasieg mit der bis dahin ungeliebten Bahn in Cesana. Bei der Sturzserie während der schließlich abgesagten Generalprobe vor einem Jahr hatte sich Wolfgang Linger einen komplizierten Knöchel- und Wadenbeinbruch zugezogen.

Mit starken Trainingsleistungen hatten die Österreicher aber schon im Training angedeutet, dass sie den Kurs diesmal besser im Griff hatten.

dpa

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