Weltraumkost Spitzenköche tüfteln an Mars-Menü

Wie könnte eine Mahlzeit auf dem Mars aussehen? Dieser kniffligen Frage sind zwei französische Starköche nachgegangen – mit respektablem Ergebnis. Nach den strikten Vorgaben der Esa zauberten die Küchenchefs ein schmackhaftes Menü.

Hamburg - Die Zeiten, in denen Astronauten ihr Frühstück aus der Tube pressen mussten, sollen endgültig der Vergangenheit angehören. Nie wieder soll "Astronautennahrung" zum abschätzigen Synonym für vielleicht nahrhafte, ansonsten aber kaum genießbare Scheußlichkeiten absinken.

Das zumindest scheint die Esa im Sinn zu haben: Die europäische Raumfahrtagentur stellte eine Liste von Zutaten auf, die für Langzeitreisen durch das All in Frage kommen - und ließ Spitzenköche aus den Ingredienzien leckere Mahlzeiten bereiten.

Die Vorgaben der Esa waren eine Herausforderung für die Köche: Gut sollte es schmecken, nahrhaft musste es sein und den Astronauten einen langen Flug versüßen. Doch vor allem mussten die Gerichte zu mindestens 40 Prozent aus neun Hauptzutaten bestehen - allesamt Pflanzen, die nach den Vorstellungen der Weltraumorganisation auch in Gewächshäusern auf dem Mars gezüchtet werden könnten. Butter, Zucker, Öl, Pfeffer, Salz und andere Gewürze könne man dagegen von der Erde mitnehmen.

Astro-Frühstück: Marsianisches Brot mit Marmelade aus grünen Tomaten

Astro-Frühstück: Marsianisches Brot mit Marmelade aus grünen Tomaten

Foto: ESA
Astronauten-Snack: Millefeuille von Kartoffeln und Tomaten

Astronauten-Snack: Millefeuille von Kartoffeln und Tomaten

Foto: ESA
Mars-Mission: Spitzenköche entwicklen Rezepte für Langzeitmissionen der Esa

Mars-Mission: Spitzenköche entwicklen Rezepte für Langzeitmissionen der Esa

Foto: ESA


Vorgekocht: Grüne Mars-Mahlzeit mit Alge
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Die Küchenchefs der zwei französischen Firmen ADF - das Unternehmen des Starkochs Alain Ducasse - und GEM kreierten so aus Reis, Spinat, Zwiebeln, Tomaten, Soja, Kartoffeln, Kopfsalat und Weizen sowie der blaugrünen Süßwasseralge Spirulina elf Gerichte. Die Alge gesellte sich zu den übrigen Zutaten, da sie den Eiweiß- und Vitaminbedarf in extremen Bedingungen weitgehend abdecken kann.

Auf der Speisekarte künftiger Weltraummissionen sollen nun unter anderem Marsianisches Brot und Marmelade aus grünen Tomaten, Spirulina-Gnocchi und Millefeuille von Kartoffeln und Tomaten stehen.

"Wir streben an, 40 Prozent der Astronautennahrung für Langzeitexpeditionen vor Ort zu produzieren", sagte Christoph Lasseur, Esa-Koordinator für biologische Lebenserhaltung. So erhalte man als kostenloses Nebenprodukt die zum Leben erforderlichen Mengen an Sauerstoff und Wasser gleich mitgeliefert.

Heute wird noch die gesamte Astronautennahrung von der Erde mitgebracht. Bei längeren Weltraummissionen in der Zukunft wird dies jedoch nicht mehr möglich sein. Die Esa erforscht daher unter anderem, wie ein sich selbst erhaltendes Ökosystem auf dem Mars aussehen könnte.

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