Sparen an der Kunst Basta für Botticelli

Das italienische Kultusministerium hat mit der Schließung des weltberühmten Uffizien-Museums in Florenz gedroht, wenn die italienische Regierung ihren strikten Sparkurs nicht zurückfährt. Das Museum beherbergt unter anderem Gemälde von Michelangelo, da Vinci und Botticelli.

Rom - "Die Ausgaben für Museen und archäologische Städten sollen um 25 Prozent reduziert werden. Angesichts dessen müssen wir über eine teilweise oder völlige Schließung der Uffizien nachdenken", sagte Kultusminister Giuliano Urbani der Zeitung "Corriere della Sera" vom Donnerstag. Die Sparmaßnahmen zwängen sein Ministerium, die Ausgaben für die Erhaltung und Reinigung kultureller Stätten zu senken und Öffnungszeiten einzuschränken.

Die Uffizien ziehen jährlich 1,5 Millionen Touristen an und zählen damit zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Italiens. Besucherströme aus der ganzen Welt kommen, um Botticellis berühmte "Geburt der Venus" und Meisterwerke von Leonardo da Vinci, Raphael, Rubens und Caravaggio zu bewundern.

Auf Grund seines Weltrenommees hat das Museum in den Verhandlungen zwischen Kultusministerium und Regierung einiges an Gewicht. Es gilt aber als unwahrscheinlich, dass sich Urbani durchsetzen kann. Der Minister setzte der italienischen Regierung eine Frist bis Ende Dezember, die Sparpläne zurückzuziehen. Ansonsten drohe zumindest eine teilweise Schließung.

Wetterforschung auf Kosten von Rubens

Der Haushalt 2005 sieht Einsparungen in verschiedenen Ministerien vor, um das Haushaltsdefizit einzudämmen. Damit und mit Mehreinnahmen erhofft sich die Regierung, das Haushaltsloch um 24 Milliarden Euro zu reduzieren und das EU-Defizitkriterium einzuhalten, das eine Neuverschuldung von maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erlaubt.

Urbani bezeichnete Italiens kulturelles Erbe als Markenzeichen des Landes und forderte den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi auf, seine Prioritäten zu überdenken. "Soll ich die Uffizien schließen, während der Staat Millionen für Wetterforschung ausgibt?", fragte Urbani. Einige Sehenswürdigkeiten sowie die Biennale in Venedig und das dortige Filmfestival litten bereits unter den Sparmaßnahmen.