Neue Rekordzahlen Nach Monsterquartal erwartet Amazon ein historisches Weihnachtsgeschäft

Amazon sieht nach abermals hervorragenden Zahlen zum dritten Quartal das Ende des Booms noch lange nicht erreicht. Erstmals in seiner Geschichte will der Online-Riese beim Quartalsumsatz die 100-Milliarden-Dollar-Marke hinter sich lassen.
Jeff Bezos

Jeff Bezos

Foto: Lindsey Wasson / REUTERS

Dass der Onlineriese Amazon im dritten Quartal von der Corona-Pandemie profitieren würde, hätte niemanden überrascht. Tatsächlich übertrafen die Quartalszahlen die Prognosen der Wall-Street-Analysten deutlich. Konzernchef Jeff Bezos (56) legte noch einen drauf und signalisierte, dass der Ausnahmekonzern immer noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben dürfte.

"Wir sehen mehr Kunden als je zuvor, die früh für ihre Weihnachtsgeschenke einkaufen. Dies ist nur eines der Anzeichen dafür, dass dies eine beispiellose Weihnachtszeit sein wird", sagte Bezos und prognostizierte laut US-Berichten, dass der Konzern im laufenden vierten Quartal beim Umsatz erstmals die 100-Milliarden-Dollar-Schallmauer durchbrechen werde - und zwar deutlich.

Amazon ist einer der ganz großen Gewinner der Coronakrise. Bereits im Frühsommer legte der Konzern ein Monsterquartal hin. Über die Sommermonate hinweg setzte sich der Trend zum Einkauf im Internet fort und verhalf Amazon im dritten Quartal erneut zu glänzenden Geschäften. So kletterte der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 37 Prozent auf 96,1 Milliarden Dollar (82,3 Milliarden Euro). Der Gewinn verdreifachte sich sogar auf den bisherigen Rekordwert von 6,3 Milliarden Dollar, wie Amazon nach Börsenschluss am Donnerstag mitteilte.

Dabei enthalten die Zahlen zum dritten Quartal noch nicht den jährlichen "Prime Day", der das Geschäft normalerweise noch einmal deutlich befeuert. Dieser Sonderverkaufstag war wegen der Corona-Krise in den Oktober verschoben worden - mit einem mächtigen Kick für das vierte laufende Quartal: So prognostizierte Financhef Brian Olsavsky (55) in einer Telefonkonferenz für das letzte Jahresviertel einen Umsatz zwischen 112 und 121 Milliarden US-Dollar, berichtet das "Wall Street Journal"  aus einer Telefonkonferenz. Das wäre der höchste Quartalsumsatz in der Geschichte des 1994 gegründeten einstigen Onlineshops.

400.000 neue Jobs

Auch Amazons lukratives Cloudgeschäft mit IT-Services und Speicherplatz im Internet florierte zuletzt weiter. Die Plattform AWS, die von vielen Unternehmen und Apps genutzt wird, erhöhte die Erlöse um 29 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar. Damit verharrte das Wachstum zwar auf dem Niveau des Vorquartals, erfüllte jedoch die Erwartungen. Das Betriebsergebnis legte derweil um 56 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar zu, was abermals unterstreicht, was für ein attraktives Profitzentrum Amazons Cloudflaggschiff ist.

Das aufblühende Werbegeschäft von Amazon wuchs im dritten Quartal ebenfalls stark: Der Umsatz in dem Bereich stieg gegenüber dem Vorjahr um 51 Prozent auf 5,4 Milliarden Dollar. Die Einheit verkauft Werbeplatz in Form von gesponserten Produkten in Such- und Displayanzeigen.

Um die enorme Nachfrage bedienen zu können, hat Amazon allein in diesem Jahr 400.000 neue Stellen geschaffen. Zum Quartalsende beschäftigte der Konzern 1,125 Millionen Mitarbeiter. Für den Aufbau weiterer Logistikkapazitäten und neuer Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz vor Covid-19-Infektionen muss Bezos wohl weiter viel Geld in die Hand nehmen. Das dürfte bei den erwarteten Rekorderlösen aber kaum das Problem sein.

rei mit Nachrichtenagenturen
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