Olympische Spiele in Tokio Olympia ohne Zuschauer gestartet

Mit einer trostlosen Feier vor einer fast leeren Arena haben in Tokio die Olympischen Sommerspiele begonnen. Am Rande gab es Proteste. Viele Japaner sehen die Spiele angesichts der Corona-Pandemie sehr kritisch.
Einlauf vor leeren Rängen: Die Fahnenträger des Teams Barbados bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele

Einlauf vor leeren Rängen: Die Fahnenträger des Teams Barbados bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele

Foto: Hannah Mckay / dpa

Mit einer unspektakulären Party und begleitet von Protesten sind die wohl außergewöhnlichsten Olympischen Spiele der Neuzeit eröffnet worden. Lediglich knapp 1000 Ehrengäste – unter ihnen Japans Kaiser Naruhito – wohnten am Freitag in Tokio der weitgehend trostlosen Zeremonie bei.

IOC-Präsident Thomas Bach sprach trotz der umfangreichen Corona-Einschränkungen in der Olympia-Stadt von einem wichtigen Zeichen in Zeiten der weltweiten Pandemie. "Heute ist ein Tag der Hoffnung. Ja, es ist ganz anders, als wir es uns vorgestellt hatten. Aber lasst uns diesen Moment wertschätzen, weil wir endlich alle zusammen hier sind", sagte Bach.

Rund um die Eröffnungsfeier gab es vereinzelte Proteste. Vor dem Rathaus von Tokio hatten sich am Freitag Dutzende von Menschen umringt von Polizisten versammelt. Auf Bannern stand "Löscht die Olympische Fackel" und "Keine Olympischen Spiele" sowie "Globales Verbrechen gegen Japan". Laute Proteste gab es außerdem direkt vor dem Stadion. Diese waren auch während der Eröffnungsfeier in der Arena zu hören, wenn es zwischenzeitlich still war.

Viele Menschen versammelten sich rund um das Stadion zudem friedlich, um in der Nähe der Eröffnung zu sein. Aufgrund der strengen Corona-Beschränkungen waren nur wenige Personen innerhalb der Arena zugelassen. Dass Olympia mit Teilnehmern aus aller Welt trotz steigender Fallzahlen während der Pandemie in der Millionenstadt Tokio stattfindet, wird in Japan teilweise sehr kritisch gesehen.

In den nächsten 16 Tagen kämpfen rund 11.000 Sportlerinnen und Sportler vor leeren Rängen um Gold, Silber und Bronze. In 33 Sportarten gibt es die Rekordzahl von 339 Olympia-Entscheidungen.

la/dpa
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