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Fabrik in Grünheide Wie viel zahlt Tesla?

Elon Musk sucht Mitarbeiter für die Brandenburger Tesla-Fabrik. Den Tarifvertrag werde der Hersteller nicht anwenden, sagt der Chef der Arbeitsagentur vor Ort. Die Konditionen findet er dennoch gut.
Elon Musk beim Richtfest auf der Baustelle in Grünheide

Elon Musk beim Richtfest auf der Baustelle in Grünheide

Foto: Sebastian Gabsch / Future Image / imago images

Eine Fabrikansiedlung mit diesen Ausmaßen hat es in Deutschland  lange nicht gegeben – und erst recht nicht im strukturschwachen Brandenburg : Tesla baut in Grünheide bei Berlin  ein Autowerk, das 12.000 Beschäftigten Arbeit geben soll. Verständlich, dass viele Beobachter die Frage umtreibt, was für ein Arbeitgeber Tesla sein wird .

Der Chef der zuständigen Arbeitsagentur Frankfurt (Oder), Jochem Freyer, verbreitet bei dieser Frage gute Stimmung. Er gehe fest davon aus, dass der US-Elektroautobauer Tesla seine Beschäftigten in Grünheide tariforientiert entlohnen wird, sagte er jetzt dem "Handelsblatt" : "Tesla zahlt deutlich besser, als es ortsüblich ist, und wird sich am Gehaltstarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie orientieren."

Der US-Konzern Tesla gilt, wie typische Start-ups, als eher ablehnend gegenüber Gewerkschaften. So überrascht Freyers Einschätzung wenig: "Sie werden den Tarifvertrag nicht übernehmen und anwenden", wenn sie tariforientiert zahlen. Das allerdings ist ein großer Unterschied, weil Tarifverträge viel mehr umfassen als bloße Gehaltsdaten. Dazu gehören Fragen der Arbeitszeit, der Mitarbeiterentwicklung, Überstundenzuschläge oder auch andere Leistungen der Firma.

Freyer äußert sich da eher bescheiden: "Ich finde, es ist schon ein großer Schritt, wenn wir uns einem Industrietarifvertrag annähern." Die ostdeutschen Bundesländer sind in dieser Hinsicht nicht verwöhnt: Es gibt dort viel weniger Arbeitnehmer, für die ein Tarifvertrag gilt. 

Die neuen Tesla-Beschäftigten würden sich im Wesentlichen aus Arbeitslosen und Jobwechslern rekrutieren, sagt der Behördenchef. "Für Tesla ist es kein No-Go, jemanden einzustellen, der schon längere Zeit ohne Job war oder keine abgeschlossene Berufsausbildung hat." Das kenne er von vielen anderen Unternehmen anders. Dieser Mitarbeitergruppe zahle der Konzern ein Einstiegsgehalt von 2700 Euro. "Die Bezahlung ist einfach mal ein Kracher für diese Ebene", sagte Freyer. Wer sogar eine passende Ausbildung vorweise, könne zum Einstieg mit etwa 3500 Euro Bruttomonatsgehalt rechnen.

"Etliche Führungskräfte unter Vertrag"

Vor wenigen Tagen reiste Konzernchef Elon Musk nach Berlin, um Bewerbungsgespräche zu führen . Er ist bekannt dafür, die Erstbesetzung neuer Standorte persönlich auszuwählen, auch für vermeintlich weniger wichtige Positionen.

Grünheide ist nicht der erste deutsche Standort für Tesla. 2017 hat der Autohersteller den mittelständischen Roboterspezialisten Grohmann in Rheinland-Pfalz  übernommen. Auch dort gilt kein Tarifvertrag , zur Zeit der Übernahme lagen die meisten Gehälter deutlich darunter, allerdings waren die Überstundenzuschläge wohl sehr attraktiv.

Laut Arbeitsagentur-Chef Freyer sind für das Werk in Grünheide, das bereits im kommenden Jahr mit der Produktion beginnen soll, schon etliche Führungskräfte und Spezialisten unter Vertrag. "Bis Anfang 2021 wollen wir rund 200 Personen als Lagermitarbeiter vermitteln", sagte er. "Im Dezember wird es Bewerbertage geben, mit Gesprächen und Tests. Und am Abend wird gleich entschieden." Dabei gehe es um unbefristete Vollzeitstellen, 7000 bis kommenden Sommer.

mamk