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Studie Jeder dritte Büromitarbeiter muss zurück ins Büro

Nach zwei Jahren Pandemie werden viele Angestellte zurück ins Büro zitiert. Dabei ist der Wunsch nach mehr Flexibilität groß.
Schluss mit Homeoffice: jeder dritte Büromitarbeiter muss mittlerweile wieder zurück ins Büro.

Schluss mit Homeoffice: jeder dritte Büromitarbeiter muss mittlerweile wieder zurück ins Büro.

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Sebastian Gollnow / dpa

Nach zwei Jahren Pandemie beenden viele Arbeitnehmer wieder die Arbeit im Homeoffice. Ein Drittel der Büroangestellten in Deutschland muss einer Studie zufolge wieder vollständig vom Büro aus arbeiten. Und das, obwohl die Mehrheit der Führungskräfte bereit ist, Mitarbeitern mehr Flexibilität zu gewähren, zeigt eine am Montag veröffentlichte Studie der Meinungsforscher von Yougov im Auftrag des Techunternehmens Slack.

77 Prozent der befragten Führungskräfte gaben an, ihre Mitarbeiter von überall aus arbeiten zu lassen, solange diese ihre gewohnten Leistungen erbringen. 33 Prozent sind nicht dazu bereit. Von den Führungskräften, die das Arbeiten von überall ablehnen, gab jeder Dritte den Grund an, Sorge vor zu wenig Kontrolle über die Mitarbeiter zu haben.

Die Sorge zeigt sich auch in großen Tech-Unternehmen: Tesla-Chef Elon Musk drohte seinen Mitarbeitern mit dem Rauswurf, sollten sie nicht aus dem Homeoffice ins Büro zurückkehren. "Jeder bei Tesla muss mindestens 40 Stunden in der Woche im Büro verbringen oder er kann Tesla verlassen", schrieb er Ende Mai in einer E-Mail an seine Führungskräfte, die später in den sozialen Medien auftauchte. Bei Facebook, Google und Apple herrscht ein ähnlicher Ton. Apple-CEO Tim Cook hatte seine Mitarbeiter im März wieder ins Büro beordert. Denn der riesige ringförmige Bürokomplex des Unternehmens im kalifornischen Cupertino mit Arbeitsplätzen für mehr als 12.000 Menschen steht seit dem Ausbruch der Pandemie nahezu leer. Das Gebäude soll mehr als fünf Milliarden Dollar gekostet haben.

Kein Recht auf Homeoffice

Dabei ist der Wunsch nach mehr Flexibilität am Arbeitsplatz seitens der Mitarbeiter groß – viele wollen weiterhin im Homeoffice arbeiten. Das zeige auch die Studie. Ein Recht auf Homeoffice gibt es für Arbeitnehmer nur, wenn dies vorher vertraglich vereinbart wurde. Ansonsten müssen sie dem Wunsch der Führungsetage folgen, zurück ins Büro zu kommen.

Das macht auch das Konzept "Workation" schwieriger, was die Arbeit von einem Urlaubsort aus beschreibt. Dabei befürworteten laut Studie viele Arbeitnehmer diese Art des Arbeitens. Fast die Hälfte aller befragten Büroarbeiter gab an, für einige Zeit von einem Schreibtisch in der Toskana, der Almhütte oder am Strand arbeiten zu wollen. 13 Prozent nutzten diese Möglichkeit bislang und zogen eine positive Bilanz: 68 Prozent der Befragten, die bereits von einem Urlaubsort gearbeitet haben, würden dies wieder tun. Eine Erlaubnis dazu haben den Angaben zufolge aber bislang nur 15 Prozent.

Doch in den vergangenen zwei Jahren nutzten trotz des Wunsches nach mehr Freiheit der Studie zufolge nur wenige Büroangestellte die Möglichkeit der örtlichen Flexibilität. 73 Prozent der Befragten gaben an, nicht außerhalb des Büros oder des eigenen Zuhauses gearbeitet zu haben. Lediglich 13 Prozent verlagerten ihr Homeoffice zu Freunden oder Familie. Von einem Urlaubsort aus arbeiteten sieben Prozent. Bei den Führungskräften waren es 14 Prozent.

mje/dpa-afpx