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Nach der Pandemie Mehrheit der Firmen will zurück zur Dauerpräsenz im Büro

Seit Corona ermöglichen auch solche Firmen das Arbeiten im Homeoffice, die vorher skeptisch waren. Eine Studie hat nun untersucht: Ist der Wandel von Dauer?
Foto: Getty Images/Westend61

Derzeit erledigen viele Beschäftigte ihre Arbeit im Homeoffice . Nach den Vorstellungen der Arbeitgeber soll das aber nicht so bleiben. Laut einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) unter 1200 Firmen haben zwei Drittel nicht vor, ihren Beschäftigten nach der Coronakrise mehr Homeoffice als vor der Krise zu ermöglichen. Das Gros der Mitarbeiter solle wieder in die Büros zurückkehren.

Für den Büromarkt – Gegenstand der IW-Untersuchung – heißt das, dass nur 6,4 Prozent der befragten Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten ihre Bürofläche reduzieren wollen. Noch am ehesten wollen demnach große Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten sowie Kanzleien, Beratungen und Wirtschaftsprüfer Flächen verringern. Doch auch hier sind es laut IW weniger als zehn Prozent der befragten Firmen.

Anstatt Flächen loszuwerden, wollen der Umfrage zufolge knapp 17 Prozent der befragten Firmen ihre Büros umbauen. Sie wollten etwa Gruppenbüros auflösen oder mehr Platz für Kommunikation und Austausch schaffen, erläuterte das IW. Vor allem größere Unternehmen haben für den Umbau demnach schon konkrete Pläne.

Andere setzen schon große Hoffnungen auf die neuen Möglichkeiten, die sich mit mehr Homeoffice ergeben könnten: Ein Verbändebündnis fordert die Umwidmung von Büroflächen in Wohnraum. Etwa 235.000 Wohnungen in innerstädtischen Bereichen könnten bis 2025 aus bisherigen Büroflächen entstehen, hat das schleswig-holsteinische Bauberatungsinstitut Arge errechnet. Die Ergebnisse stellte das Bündnis »Soziales Wohnen« in Berlin  vor.

Wohnungen statt Büros

Die Logik hinter den Berechnungen: Ein Arbeitsplatz daheim verbraucht weniger Fläche als im Büro. 14,8 Millionen Menschen in Deutschland  arbeiteten in Büros. Der Platzbedarf im Homeoffice liege bei 5 bis 10 Quadratmetern, schreibt das Arge-Institut. Im Büro fielen hingegen eher zwischen 23 und 45 Quadratmeter an.

Für neu entstehende Wohnungen müsse es dabei aber eine »Sozialquote« für bezahlbare Wohnungen geben, verlangte das Bündnis »Soziales Wohnen«, in dem sich die Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie, der Deutsche Mieterbund und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) sowie die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) als Dachverband der Mauerstein-Industrie und der Deutsche Baustoff-Fachhandel (BDB) zusammengeschlossen haben. Die Umwidmung von Büroflächen könne helfen, die »entscheidenden Fehler in der Wohnungsbaupolitik« von Bund und Ländern auszubügeln, so das Bündnis.

mamk/AFP/dpa
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