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Aus wegen Coronaflaute Wie Nachwuchspiloten der Lufthansa um ihre Ausbildung kämpfen

In der Pandemie stellte die Airline ihre renommierte Pilotenausbildung ein. Rund 200 Flugschüler klagten dagegen. Doch selbst wenn sie am Ende Erfolg haben – hat ihr Traum vom Fliegen noch eine Zukunft?
Aus der Traum? Rund 200 Flugschüler:innen der Lufthansa kämpfen seit Monaten vor Gericht um ihre Zukunft (Symbolbild)

Aus der Traum? Rund 200 Flugschüler:innen der Lufthansa kämpfen seit Monaten vor Gericht um ihre Zukunft (Symbolbild)

Foto: Kike Arnaiz / Westend61 / Getty Images

Am 29. September 2020, gut ein halbes Jahr nach ihrem Beginn, erreichte die Coronakrise für 500 Flugschüler:innen der Lufthansa ihren bisherigen Höhepunkt. Sie waren zu einer Videoschalte eingeladen, die endlich die Frage klären sollte, ob sie eine Zukunft haben würden. Ob sie trotz Pandemie und Wirtschaftskrise Pilot:innen werden könnten. Oder ob sie ihre Karriere noch weiter aufschieben, vielleicht sogar aufgeben müssten.

Beantworten sollten das die Geschäftsführer und Führungskräfte von Lufthansa, Eurowings und der Lufthansa Aviation Training, kurz LAT, einer Tochterfirma der Lufthansa. Sie betreibt die Flugschule des Unternehmens. Es gibt mindestens eine Audioaufnahme der Schalte, die dem SPIEGEL vorliegt. Darauf hört man Stephan Klar, den damaligen Geschäftsführer der LAT, sagen:

»Wir sehen weder wirtschaftlich noch perspektivisch für Sie einen Sinn, die Ausbildung fortzuführen.«

Und weiter:

»Deswegen möchten wir Sie wirklich ermutigen: Wagen Sie den Schritt, sich beruflich neu zu orientieren.«

Unter denen, die diese Sätze hörten, waren Emilia Hofer, Mitte 20, und Adrian Neumann, Ende 20. Die beiden sollten damals eigentlich fast fertig sein mit ihrer Pilot:innenausbildung, doch wegen der Coronapandemie hatte die LAT ihre Schulungen im März 2020 pausiert. Ein halbes Jahr hatten Hofer und Neumann gewartet, nun erfuhren sie: Aus der Unterbrechung ihrer Ausbildung sollte ein Abbruch werden. Mehr noch. Sie sollten sich einen neuen Beruf suchen.

»Die Nachricht, dass alles vorbei sein sollte, war so kurz gefasst, ich war in Schockstarre«, sagt Hofer heute.

»Ich konnte nicht weinen, in meinem Kopf waren so viele Fragen«, sagt Neumann.

Die beiden heißen eigentlich anders. Vertreter:innen der LAT hätten auf Nachfrage deutlich gemacht, dass Schüler:innen nur nach Absprache mit der Presse reden dürften, erzählen sie, so stehe es in ihrem Schulungsvertrag. Hofer und Neumann wollen reden, sie wollen ihre Version der Geschichte schildern; aber sie fürchten Nachteile, wenn sie im Text mit ihrem echten Namen auftreten.

Denn die Videoschalte war für sie und rund 200 ihrer Mitschüler:innen der Beginn eines Weges, der vor Gericht endete. Bis heute kämpfen sie dort für eine Zukunft, von der ihr Ausbildungsbetrieb sagte, es gebe sie nicht mehr. Wie konnte es dazu kommen? Und gibt es ein Recht darauf, ausgebildet zu werden, wenn die Branche in einer ihrer größten Krisen steckt?

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