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Low Performer im Job Kann ich gekündigt werden, wenn ich schlechter arbeite als die Kollegen?

Ein Kommissionierer verliert seinen Job, weil er zu wenig schafft – und das Landesarbeitsgericht Köln bestätigt die Kündigung. Muss nun um seine Anstellung fürchten, wer nicht fleißig genug ist?
Ein Interview von Florian Gontek
Sich im Job aufraffen – oder doch nicht?

Sich im Job aufraffen – oder doch nicht?

Foto: Malte Mueller / fStop / Getty Images

manager magazin: Herr Friemel, ich war gestern nicht der Letzte und heute nicht der Erste im Büro. Bin ich bald meine Stelle los?

Friemel: Nein, die Sorge müssen Sie wohl nicht haben. Auch weil es häufig sehr schwierig für Arbeitgeber ist, die Leistung ihrer Mitarbeitenden zu messen. Bei einer aktuellen Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Köln (Aktenzeichen 4 Sa 548/21 ) war das recht einfach, weil es um einen Kommissionierer ging. Jemand also, der Waren zusammenstellt. Wie viel man da in einer Stunde oder an einem Tag im Vergleich zu seinen Kollegen schafft, lässt sich verhältnismäßig gut feststellen.

Der Mann hatte über mehrere Monate ein Drittel weniger Aufträge als seine Kollegen bearbeitet. Im Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln heißt es: »Der Arbeitnehmer muss tun, was er soll, und zwar so gut, wie er kann.« Was schulde ich meinem Arbeitgeber denn eigentlich?

Friemel: Ihre Arbeitsleistung. Und trotzdem: Arbeitnehmer sind Menschen – und die sind unterschiedlich leistungsfähig, vor allem mit steigendem Alter. Das hat das Bundesarbeitsgericht  in zwei Grundsatzentscheidungen genauso deutlich gemacht wie nun das Landesarbeitsgericht Köln. Der Kommissionierer in diesem Rechtsstreit war 48 Jahre alt. Der Arbeitgeber hatte geschaut, was Vergleichsgruppen im Alter zwischen 40 und 50 leisten. Dumm für den Arbeitnehmer war, dass selbst die Vergleichsgruppe der über 50-Jährigen deutlich produktiver war. Es geht also nicht darum, so schnell zu rennen wie ein 27-Jähriger: Entscheidend ist, die eigene Leistungsfähigkeit auszuschöpfen.

»Wenn man dauerhaft 30 bis 40 Prozent hinter den Kollegen bleibt, kann das dazu führen, dass das Arbeitsverhältnis beendet wird.«

Wann bin ich denn rechtlich gesehen ein Low Performer?

Friemel: Wenn die Schere zwischen meiner Leistung und der Leistung der Kollegen in meiner Vergütungsgruppe extrem ist. Man sollte seine eigene Leistungsfähigkeit ausreizen, darum geht es. Wenn man dauerhaft 30 bis 40 Prozent hinter den Kollegen bleibt, kann das dazu führen, dass das Arbeitsverhältnis beendet wird.

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