In Kooperation mit

Job & Karriere

Jobwechsel So kündigen Sie richtig

Vor dem Neustart kommt die Kündigung. Dabei gibt es jedoch einige Fallstricke zu beachten – damit Sie nicht länger im alten Job bleiben müssen, als Sie eigentlich wollten.
Bei einer Kündigung sollte kein Spielraum für Interpretationen gelassen werden

Bei einer Kündigung sollte kein Spielraum für Interpretationen gelassen werden

Foto: Farknot Architect/ iStockphoto/ Getty Images

Vor einem Jobwechsel steht für den Arbeitnehmer eine unangenehme Aufgabe an: die Kündigung der alten Stelle. Erst durch diesen formalen Schritt wird das Arbeitsverhältnis beendet – und das nicht nur, wenn Mitarbeiter selbst gehen wollen, sondern auch, wenn sie von ihrem Chef entlassen werden.

Beide Parteien sollten jedoch darauf achten, wie sie eine Kündigung formulieren und wie sie diese am besten kommunizieren. Denn dabei sollten keine Fehler gemacht oder Spielraum für Interpretationen gelassen werden. Im schlimmsten Fall kann das sogar dazu führen, dass die Kündigung unwirksam ist und das Arbeitsverhältnis nicht beendet wird.

Was müssen Vertragspartner beachten?

Karriereberaterin Nina Richter sieht eine besondere Relevanz bei der Form der Kündigung: »Es ist das A und O, schriftlich zu kündigen und das Dokument handschriftlich zu unterschreiben«, sagt sie. »Auf keinen Fall sollte mündlich, per E-Mail, SMS, WhatsApp oder Fax gekündigt werden.« So sei die Kündigung unwirksam.

Zudem gelte es, den Konjunktiv zu vermeiden. Am besten solle das Schreiben so klar und deutlich wie möglich formuliert werden.

Sollte ich meinen Chef über die anstehende Kündigung vorab informieren?

Ob die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter das Gespräch mit seinem Vorgesetzten suchen sollte, bevor die Kündigung eingereicht wird, kommt laut Richter auf die Beziehung an: »Wenn der Mitarbeiter mit seinem Arbeitgeber in einem angenehmen Arbeitsverhältnis ist, gehört ein persönliches Gespräch vor oder kurz nach dem Einreichen der offiziellen Kündigung zum guten Ton.«

Bei der Entscheidung, den Chef vorher zu informieren, sollte einkalkuliert werden, dass die kündigende Person noch einige Zeit in dem Unternehmen arbeiten muss, bevor sie geht. »Das kann durchaus das Miteinander stärken. Es gibt zudem dem Arbeitgeber die Chance, einen passenden Nachfolger zu finden und die Einarbeitung zu sichern«, sagt sie. Allerdings werde das offizielle Schreiben dadurch nicht ersetzt.

An wen sollte ich die Kündigung richten?

Vor einer Kündigung sollte der Mitarbeiter sich schon vorab informieren, an wen er das Schreiben richtet, so die Karriereberaterin. Allgemein gelte, der Empfänger der Kündigung sei immer der Arbeitgeber, so wie er im Arbeitsvertrag angegeben wird. »Sicherheitshalber kann er das Schreiben aber sowohl an den Chef als auch an die oder den Leiter der Personalabteilung adressieren«, sagt sie.

Doch je nach Struktur des Unternehmens könne das auch anders sein: »Wenn es keine Personalabteilung gibt, dann sollte die Anrede sowohl an den direkten Chef als auch an den Arbeitgeber oder Geschäftsführer gerichtet werden.«

Reicht die Formulierung »zum nächstmöglichen Zeitpunkt« in der Kündigung?

Ein Austrittsdatum sollte laut Richter auf jeden Fall in der Kündigung stehen. Es nicht anzugeben, sei ihr zufolge nicht empfehlenswert, könne aber durchaus gemacht werden. »Grundsätzlich kann der Mitarbeiter auch die Formulierung ›zum nächstmöglichen Zeitpunkt‹ in die Kündigung schreiben, falls er sich wegen der Kündigungsfrist unsicher ist.« Besser sei es allerdings, wenn die angestellte Person dazu noch einmal im Arbeitsvertrag nachsieht oder beim Betriebsrat nachfragt, zu welchem Datum sie das Unternehmen verlassen kann.

In jedem Fall sei es aber wichtig, sich zu dem angegebenen Datum eine Bestätigung einzuholen.

Sieze ich den Gekündigten, auch wenn man sich im Berufsalltag duzt?

Auch wenn sich ansonsten geduzt wird: In der Kündigung sollte immer das »Sie« verwendet werden. Richter weist aus einem bestimmten Grund darauf hin: »Schließlich ist das ein rechtliches Dokument. Falls es Schwierigkeiten mit dem Weggang des Mitarbeiters geben sollte, kann es ja auch vor Gericht gehen.« Die Kündigung werde zwar durch ein »Du« nicht ungültig, aber an dieser Stelle sollte die Form trotzdem eingehalten werden.

Wie verhält es sich mit einer Danksagung in einer Kündigung?

Nina Richter rät dazu, eine Kündigung so schlicht wie möglich zu halten und von einer Danksagung abzusehen: »Ich finde das nicht nötig«, sagt sie. Tatsächlich würden sie aber viele dennoch in das Dokument schreiben. »Einen Abschied gibt es ja wahrscheinlich noch in anderer Form, bei der Wertschätzung und Dank angebracht werden kann«, so Richter. Ansonsten sei ein persönliches Gespräch auch ein geeigneter Zeitpunkt, um sich bei seinen Vorgesetzten zu bedanken.

Sollte ich direkt um ein Arbeitszeugnis bitten?

Die Bitte um ein Arbeitszeugnis sollte laut Richter fester Bestandteil einer Kündigung sein. Üblicherweise werde diese im letzten Abschnitt formuliert.

Muss ich eine Begründung in die Kündigung schreiben?

Ein Arbeitnehmer müsse bei einer ordentlichen Kündigung keinen Grund angeben, sagt Richter. Streben Angestellte eine außerordentliche oder fristlose Kündigung an, sollten sie sich der Karriereberaterin zufolge unbedingt vorher arbeitsrechtlich beraten lassen. Es müsse geklärt werden, ob dies in dem speziellen Fall überhaupt möglich sei und ob die Gründe ausreichen würden. Zudem werde so geklärt, welche Schritte und welche Form eingehalten werden müssen.

Das Gleiche gilt Richter zufolge aber nicht nur für Arbeitnehmer: »Ebenso sollten sich Arbeitgeber vor der Aussprache einer ordentlichen sowie einer außerordentlichen Kündigung beraten lassen.« Hier müsse bei einer rechtswirksamen Kündigung viel mehr beachtet werden, sagt Richter.

Gebe ich die Kündigung persönlich ab oder verschicke ich sie?

Eine persönlich eingereichte Kündigung ist laut Richter immer die beste Option. »Dann ist das Abgabedatum gleich dem Eingangsdatum.« Dieses sei wichtig, denn es gelte immer das Datum, an dem die Kündigung eingegangen sei und nicht das, auf welches die Kündigung datiert wurde. »Das ist auch so, wenn es durch die Post später als erwartet eintrifft«, so Richter. Der Arbeitnehmer sollte sich zudem immer schriftlich geben lassen, dass das Schreiben entgegengenommen wurde.

Worauf müssen Arbeitgeber bei einer Kündigung achten?

Will ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter entlassen, so muss laut Richter diese Kündigung ebenfalls schriftlich erfolgen. Die Kündigung müsse zudem von jemandem unterschrieben werden, der auch kündigungsberechtigt ist. »Dies ist in der Regel der Arbeitgeber selbst, der Personalleiter oder Geschäftsführer«, sagt sie. »Vertritt eine Kanzlei oder ein Angestellter den Arbeitgeber, muss die Vollmachtsurkunde dem Gekündigten vorgelegt werden.« Ansonsten könne der Arbeitnehmer die Kündigung ablehnen. Schließlich solle kein Chef im Affekt eine Kündigung aussprechen können. 

Tipps zur korrekten Kündigung

  • Eine Kündigung muss schriftlich erfolgen (nicht per E-Mail, Fax oder SMS) und handschriftlich unterschrieben werden

  • Sie sollte nicht im Konjunktiv formuliert werden

  • Der im Arbeitsvertrag aufgeführte Arbeitgeber sollte in der Anrede genannt werden

  • Über das mögliche Austrittsdatum sollte sich die kündigende Person vorab informieren

  • In der Kündigung wird der Ansprechpartner auf jeden Fall gesiezt

  • Die Kündigung wird bestenfalls persönlich abgegeben

  • Zum Eingang der Kündigung sowie zum Austrittsdatum sollte eine Bestätigung eingeholt werden  

Mehr lesen über