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Rekordgehälter in Großkanzleien Wieso verdienen Berufsanfänger bei Ihnen 175.000 Euro im Jahr, Herr Linde?

Kanzleien buhlen mit Rekordsummen um Anwälte. Georg Linde, Partner einer US-Großkanzlei, sagt, was er dafür von den Jungen verlangt – und wie er damit umgeht, dass sein Stundenlohn höher ist als die Rente seiner Oma.
Ein Interview von Verena Töpper
Georg Linde, Jahrgang 1971, ist geschäftsführender Partner im Frankfurter Büro der US-Kanzlei Willkie Farr & Gallagher. Er ist auf Unternehmensübernahmen spezialisiert.

Georg Linde, Jahrgang 1971, ist geschäftsführender Partner im Frankfurter Büro der US-Kanzlei Willkie Farr & Gallagher. Er ist auf Unternehmensübernahmen spezialisiert.

Foto: Manjit Jari

SPIEGEL: Wer bei Ihnen in der Kanzlei anfängt, wird im ersten Monat mit einem »Starterbonus« von 15.000 Euro begrüßt. Und wer 12 Monate durchhält, erhält insgesamt 175.000 Euro Gehalt. Warum bewerfen Sie Berufsanfänger mit Geld?

Georg Linde: Ich bin mir bewusst, dass sehr viele Menschen sehr viel weniger verdienen, und natürlich kenne ich auch den Spruch »Geld verdirbt den Charakter«. Aber ich sehe meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Mitunternehmer, und der Profit pro Partner in unserer Kanzlei hat sich in den letzten beiden Jahren jeweils um einen zweistelligen Prozentsatz erhöht. Sollen das alles die Partner behalten? Ich fände es ungerecht, dieses Geld nicht auch mit den jungen Kolleginnen und Kollegen zu teilen.

Vierstelliger Stundensatz

SPIEGEL: Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Gehalt?

Linde: Natürlich. Ich bekam 130.000 Deutsche Mark im Jahr, das war damals schon unverschämt viel. Ich komme aus einer ostdeutschen Akademikerfamilie. Wir hatten immer viele Bücher zu Hause, aber wenig Geld. Ich erinnere mich auch noch gut an den Moment, als mein Stundensatz die monatliche Rente meiner Thüringer Oma überstiegen hat. Das war ein eigenartiges Gefühl. Aber sie hat einen schlauen Satz zu mir gesagt, als ich mich mal darüber beschwert habe, dass ich so viel arbeiten muss: »Wir leben doch jetzt im Kapitalismus, dann musst du eben die Preise erhöhen.« Dass die Preise für gute Rechtsberatung eskalieren, sind Effekte des Marktes. Mein Stundensatz lag mal bei 250 DM, jetzt ist er in Dollar und vierstellig.

»Der Gesetzgeber tut viel für uns Anwälte.«

SPIEGEL: Woher kommt denn der Boom in Ihrer Branche?

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